Laternenfest? Lichterfest? St. Martin? Diese Diskussion ist im Evangelischen Familienzentrum Emscherwichtel gar nicht so wichtig, denn die Konfession spielt dabei keine Rolle: Die „großen“ Kinder des Familienzentrums führen seit Jahren ein Anspiel auf, immer selber gestaltet und immer mit dem Thema: „Helfen macht Freude, Helfen ist toll!“ Immer auch mit der Botschaft: „Ich sehe Dich und Du siehst mich.“
Denn der Martinus, wie er eigentlich in seiner Familie damals hieß, ist ein Beispiel für Nächstenliebe, für Hilfsbereitschaft, für offene Ohren, Augen und besonders für ein offenes Herz. Er selbst kannte die Worte der Bibel, er war im christlichen Kontext groß geworden. Doch heißt das, er ist nur für Christen ein Beispiel? „Ein offenes Herz ist das, was unsere Kinder in dieser Welt besonders benötigen“, sagt Familienzentrums-Leiterin Petra Kern. „Sie brauchen Menschen, die teilen, die abgeben und die sie ernst nehmen. Mit dem Lied: ,Leuchte kleines Friedenslicht‘ von Siegfried Fietz und den erleuchteten Laternen haben die Kinder wie die Erwachsenen eine Bitte, einen Wunsch geäußert. Es müsste noch viele solcher Menschen geben wie Martin, denn durch sie werden wir Erwachsenen wachgerüttelt!“
Die Martinsbrezel und die vielen Leckereien sind schmückendes Beiwerk, erklärt Petra Kern, und tun natürlich nicht nur dem Bauch, sondern auch der Seele gut. „Wir sollten die Legenden und Geschichten der vielen Menschen, die wirklich Nächstenliebe gelebt haben, nicht vergessen!“ sagt sie. „Es gibt ja in dieser Legende auch einen sehr lustigen Abschnitt: Als Martin nach Rom reist, um den Beruf des Soldaten aufzugeben und wieder in seine Stadt zurückkommt, da wünschen die Menschen sich nichts sehnlicher als: Er soll ihr Hirte, ihr Pastor werden. Er selbst will aber gar nicht im Mittelpunkt stehen, für ihn ist Helfen selbstverständlich, und so versteckt er sich im Gänsestall! Doch leider verraten ihn die Gänse am Abend, als sie zurück in ihren Stall kommen… Immer wieder eine schöne und lustige Geschichte für die Kinder: Auch Erwachsene verstecken sich.“
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Beim Anspiel der Kinder geht es ums Helfen und darum, dass man teilt und abgibt. Da ist es nicht so wichtig, zu welcher Konfession jemand gehört.