Pfarrerin Heike Proske oder Pfarrer Ralf Greth – die Entscheidung fällt jetzt am Freitag (13. April). Dann wählt eine außerordentliche Synode des evangelischen Kirchenkreises Dortmund Pfarrer Greth oder Pfarrerin Proske in das Amt des Superintendenten bzw. der Superintendentin.
Eine gute Gelegenheit, sich einen authentischen Eindruck über die Kandidatin und den Kandidaten zu machen, bot am Montagabend eine Synodalversammlung,. In Form einer Talkrunde präsentierten sich beide knapp zwei Stunden einem interessierten Publikum, das an dem Abend mehr über Motivation und Ideen der Kandidatin und des Kandidaten erfuhr.
Greth, „von ganzem Herzen Dortmunder“, so die Charakterisierung durch den Moderator Wolfram Scharenberg, kennt den Kirchenkreis gut und möchte zum jetzigen Zeitpunkt gerne mehr Verantwortung übernehmen. Proske war bis vor 17 Jahren im damaligen Kirchenkreis Dortmund Mitte. Sie ist seit 2009 leitende Theologin und Generalsekretärin der Seemannsmission. Gerne würde sie wieder nach Dortmund zurückkehren.
Die Synodalen dürften am Freitag vor einer schwierigen Wahl stehen, denn beide Kandidaten zeigten sich gleichermaßen freundlich und kooperativ, kompetent und in vielen inhaltlichen Fragen ähnlicher Meinung.
Weniger Binnenorientierung und eine stärkere Zuwendung nach außen, zu den Menschen hin. Darin sieht Proske eine Chance für die Zukunft der Kirche. „Sie ist überall dort, wo sich Menschen versammeln – im Namen Gottes oder sozialdiakonisch.“ Die Kirche, so Proske, müsse aus ihren Gebäuden rausgehen. Anders in der Formulierung, doch vergleichbar im Inhalt meinte Greth: „Wir sind als Kirchenkreis dort an der richtigen Stelle, wo es um die Menschen geht.“ Hier müsse Kirche die befreiende Botschaft des Evangeliums verkünden. Darüber hinaus sei es notwendig, am politischen Leben der Stadt teilzunehmen. „Wer die Bibel liest und sie ernst nimmt, ist auch ein politischer Mensch. Deshalb müssen wir uns einmischen.“ Aufgabe der Kirche sei es, so Proske, ein Sprachrohr derjenigen zu sein, die keine Stimme haben. „Die Kirche ist politisch, so ist das Evangelium angelegt.“ Konkrete Konsequenzen für beide Kandidaten sind deshalb eine Unterstützung des Kirchenasyls und ein Engagement gegen Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus.
Beide legen im Fall einer Wahl großen Wert auf eine teamorientierte Arbeit mit KSV und Ständig stellvertretenden Superintendenten. Als „gut aufgestellt“ sieht Greth den Kirchenkreis. Gut besetzte Handlungsfelder und kompetente Personen, die die Arbeit repräsentierten, zählte er auf. Das „riesengroße Schiff“ Kirchenkreis gelte es deshalb, sicher in die Zukunft zu führen. Proske will stärker an einem eigenständigen Profil des Kirchenkreises arbeiten.
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