Prachtvoller Glanz

Im Advent und zur Weihnachtszeit: StadtPilgerTouren in den Evangelischen Stadtkirchen St. Reinoldi, Sankt Petri und St. Marien

Die drei Evangelischen Stadtkirchen St. Reinoldi, Sankt Petri und St. Marien beherbergen mit ihren kostbaren Altarretabeln Zeitzeugen der mittelalterlichen Stadtgeschichte Dortmunds. Im Advent und zur Weihnachtszeit laden sie ein, die Weihnachtsgeschichte anhand dieser Meisterwerke zu entdecken.

Das prachtvolle, in seinem Skulpturenschmuck sowie seinen Tafelgemälden heute nahezu einzigartige Altarretabel der Ev. Stadtkirche St. Reinoldi (Ostenhellweg 2 ) zeugt seit fast 600 Jahren vom selbstbewussten Auftreten der Dortmunder Ratsherren im Mittelalter. Um 1415 aus Brügge nach Dortmund importiert, ist es heute noch an dem Ort zu bestaunen, für den es ursprünglich geschaffen wurde. Am Dienstag, 16. Dezember, 16.30–18 Uhr, können Interessierte das Altarretabel aus nächster  Nähe betrachten. Von der Verkündigung, über die Geburt Christi bis zur Anbetung der Hl. Drei Könige – anhand der kostbaren Malerei lässt sich die Weihnachtsgeschichte nachvollziehen.

In der Ev. Stadtkirche Sankt Petri, Petrikirchhof 1, wird die biblische Weihnachtsgeschichte anhand der Gemälde aus dem franziskanischen Altarretabel erzählt. Das als „Goldenes Wunder von Westfalen“ bekannte Antwerpener Altarretabel von 1521 kann in drei Ansichten gezeigt werden. In der ersten Öffnung zeigt die Gemäldeseite mit Malereien von Adriaen van Overbeck Geschichten aus dem Leben der weiblichen Vorfahren Jesu. Hier ist auch die Weihnachtsgeschichte in verschiedenen Bildtafeln dargestellt. Die prachtvolle Goldseite schließlich veranschaulicht die Kreuzigung mit Szenen aus der Passion und Auferstehung.

Die Dortmunder*innen pflegen eine besondere Beziehung zu diesem Altarretabel. So ist um die Weihnachtszeit nicht die Gemäldeseite, sondern die prachtvolle Goldseite zu sehen. Die Kirchenerkundungen im Advent, Sonntag, 30. November, 14.30 Uhr, Mittwoch, 10. Dezember, 16 Uhr, Samstag, 20. Dezember, 14 Uhr sowie Samstag, 27. Dezember, 14 Uhr, bieten einen Überblick über die Geschichte der Petrikirche und nähern sich dem Retabel in besonderer Weise. So sind im Kirchraum verschiedene großformatige Abbildungen aus der Gemäldeseite zu sehen, die einen besonders nahen Blick auf die einzelnen Szenen zulassen. Gleichzeitig wird immer wieder die Aufmerksamkeit auf das Original gerichtet.

Am Samstag vor dem Dreikönigstag, 3. Januar, 14.30 bis 16 Uhr, geht es schließlich in der stimmungsvoll geschmückten Ev. Stadtkirche St. Marien, Kleppingstraße 5, um das Marienretabel von Conrad von Soest. Noch heute besticht das Retabel durch seinen prachtvollen Glanz und seine kostbaren Farben. Der Fokus liegt an diesem Tag auf der Darstellung der Anbetung der Heiligen Drei Könige. In der Bildgeschichte gehört die Szene zu den wichtigsten Darstellungen aus dem Marienleben, tatsächlich ist über die sogenannten Heiligen Drei Könige wenig bekannt. Der Evangelist Matthäus berichtet lediglich von „Weisen aus dem Morgenland“ (Matth. 2,1).

In dieser StadtPilgerTour in St. Marien wird das bekannte Retabel von Conrad von Soest als Glanzstück Dortmunder Malereigeschichte des späten Mittelalters beleuchtet und die Ikonografie der Dreikönigsdarstellung erklärt.