Ein besonderer Ort mit einer besonderen Geschichte
Die Kirche St. Peter hat eine bewegte und lange Geschichte. Das erste Kirchengebäude an diesem Ort hat Karl der Große im Jahr 776 erbaut. Den Vorgängerbau des heutigen Hauses also, die älteste christliche Kirche auf Dortmunder Stadtgebiet.
Zwei Pfarrer sind hier tätig: Ralf Greth und Frank Thomaschewski. Beide sind seit über 30 Jahren für St. Peter im Einsatz und fühlen sich diesem Ort verbunden, kennen ihn in- und auswendig und haben ihr gesamtes Berufsleben in St. Peter verbracht. Besser gesagt: auch in St. Peter, denn die evangelische Kirche auf dem Höchsten gehört ja ebenfalls zur Gemeinde. Beide haben nach der Ausbildung in St. Peter ihren Probedienst angetreten und das Gemeindeleben auf der Syburg so schätzen und lieben gelernt, dass sie diesen Einsatzort nie mehr verlassen haben.
Schon der Blick ist sensationell, den man vom Kirchhof bis nach Schwerte werfen kann. Zwischen dem Gotteshaus und der ehemaligen Dorfschule, die gleich nebenan steht, spürt man den Atem der Jahrhunderte. Und weil der Ort eine so lange Geschichte hat, gibt es hier auch viele Besonderheiten.
Pfarrer Ralf Greth weist auf das Altarkreuz: Es kann gedreht werden. So sieht die Gemeinde mal das eine und mal das andere Motiv. Auf dem „Dreh-Kreuz“ gibt es sogar eine Abbildung Gottes mit weißem Rauschebart. Ralf Greth liebt es, hier am Altar zu stehen. „Am schönsten ist es beim Einschulungsgottesdienst“, sagt er. „Wenn so viel Leben und Aufregung in der Kirche sind, gefällt dem lieben Gott das besonders gut.“
Wenn Greth vom Altar aus durch die ganze Kirche schaut, dann sieht er gegenüber das große, leuchtende Kirchenfenster mit der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute. Etwas bizarr: In St. Peter soll früher auch ein versilberter Teil von Barbaras Hirnschale als Reliquie ausgestellt worden sein. Doch vielleicht gehört das auch zu den vielen Sagen und Märchen, die sich um den Ort ranken.
Weil St. Peter ursprünglich eine katholische Kirche war, dürfen hier auch heute noch regelmäßig katholische Gottesdienste gefeiert werden. Mit Rücksicht auf die Gastgeber kommt dann freundlicherweise aber kein Weihrauch zum Einsatz.
Das Taufbecken steht nicht am Altar, sondern direkt am Eingang. Denn: „Nur wer getauft ist, darf in die Kirche“, sagt Pfarrer Frank Thomaschewski schmunzelnd. Bis zur Zerstörung des Kirchenschiffs im 2. Weltkrieg gab es ein riesiges Eingangstor, durch das die Herrschaften hoch zu Ross in die Kirche hineinreiten konnten.
Auf dem Friedhof sind Grabsteine aus fünf Jahrhunderten erhalten. Auch der eines Vorfahren von Flugzeugkonstrukteur William Edward Boeing. Leider ist kein Name mehr zu erkennen, aber die Inschrift auf der Rückseite: „Meine Seele durstet nach dem lebendigen Gott.“
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Jubiläumsgottesdienst mit Präses Dr. Adelheid Ruck-Schröder
Im Jubiläumsgottesdienst am Sonntag, 28. Juni, um 11 Uhr, der als Regionalgottesdienst gefeiert wird, predigt Dr. Adelheid Ruck-Schröder, die Präses der Ev. Kirche von Westfalen. Beim anschließenden Empfang können sich die Gottesdienstbesucher miteinander austauschen und den historischen Ort auf sich wirken lassen.
Jubiläumsgottesdienst
- Sonntag, 28. Juni,
11 Uhr,
Ev. Kirche St. Peter zu Syburg,
Syburger Kirchstraße 14,
Dortmund-Syburg
Bild: Angelika Herstell
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