Neue EKD‑Denkschrift „Welt in Unordnung – gerechter Frieden im Blick“
Der Überfall Russlands auf die Ukraine hat in der Evangelischen Kirche wie im ganzen Land heftige Debatten ausgelöst. Was ist die richtige Antwort der Christ*innen? Wie muss eine christliche Friedensethik aussehen, die die „Zeitenwende“ ernst nimmt, ohne das Friedenszeugnis der Bibel zu verraten? Diesen Fragen ging eine Veranstaltung nach, die der Kreissynodalvorstand und der Ausschuss Gesellschaftliche Verantwortung in Dortmund zusammen geplant hatten.
Pfarrer Friedrich Stiller, der den Abend moderierte, erläuterte zunächst, eine Denkschrift sei keine verbindliche Lehre, sondern ein Orientierungspapier, das bei der eigenen Urteilsbildung helfen solle.
Dr. Maximilian Schell von der Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, zugleich Mitautor der Studie, stellte die neue EKD‑Denkschrift „Welt in Unordnung – gerechter Frieden im Blick“ vor, die kürzlich erschienen ist.
Dabei betonte Schell die zentrale Entscheidung, den „Schutz vor Gewalt“ als „grundlegendes Gut“ herauszustellen. Er berichtete aber auch, welch kontroverse Debatten das ausgelöst hatte. Auch an dem gut besuchten Abend im Reinoldinum gab es Nachfragen, ob das jesuanisch motivierte Friedenszeugnis und der Pazifismus nicht zu kurz kommen und ob sich die neue Position der Kirche nicht zu sehr am Gedanken der „Kriegstüchtigkeit“ orientiert.
Schell konnte aber aufzeigen, dass auch die Denkschrift zivile Konfliktbewältigung nach vorn stellt und militärische Mittel immer als ultima ratio sieht. Weitere Themen, die das Publikum interessierten, waren Atombewaffnung und Rüstungsindustrie. Superintendentin Heike Proske dankte am Ende Referent und Publikum für ihr Engagement in dieser für die Kirche und die Welt so wichtigen Frage. (fs)
Die Denkschrift ist kostenlos im Download auf der EKD-Website abrufbar:
