Abschied vom Gemeindezentrum Brünninghausen

Das Gemeindezentrum war für viele Menschen in und um Brünninghausen während der letzten 70 Jahre ein Ort geistlichen Lebens, ein Ort der Gemeinschaft, der Freude, des Feierns, Spielens, der Musik und auch der Trauer. Nun gibt der Bezirk sein Gemeindezentrum auf und wird sich deutlich kleiner setzen. Doch das zu groß und renovierungsbedürftig gewordene Haus sowie die sinkenden Gemeindemitgliederzahlen haben das Presbyterium dazu bewogen, diese Entscheidung zu treffen, die es sich nicht leicht gemacht hat.

Ein Investor wurde gefunden, der das Gebäude abreißen und ab Frühling 2024 an dieser Stelle einen Neubau mit 40 Wohneinheiten errichten wird, in dem das soziale und nachbarschaftliches Miteinander der zukünftigen Mietparteien ein Leitgedanke ist. Die Philippus-Kirchengemeinde wird in dem neuen Gebäude einen multifunktional nutzbaren Raum zurückmieten, und auch der „alte“ evangelische Kindergarten „Philippuskinder an der Bolmke“ wird mit neuem Namen dort zu finden sein. Und so bleibt den Menschen in Brünninghausen ein evangelischer Standort erhalten, den es mit neuem Leben zu füllen gilt.

Für die Übergangszeit wurde in der katholischen Nachbargemeinde „Heilige Familie“ an der Hagener Straße 21 herzliche Aufnahme gefunden. Die evangelischen Gruppen und Kreise treffen sich hier im Pfarrheim, in der Kapelle der Kirche können kleine Andachten und gottesdienstliche Feiern stattfinden.

Doch bevor am 1. Dezember die Schlüssel an den Erbbaurechtnehmer übergeben werden, heißt es Abschied nehmen: Alle sind eingeladen, diesen Schritt mitzugehen und am Samstag, 25. November, um 18 Uhr im Kirchsaal Am Hombruchsfeld 77 den Entwidmungsgottesdienst mit Pfarrerin Dagmar Krügel-Ladinig mitzufeiern. Im Anschluss wird Gelegenheit sein zum Austausch, für Anekdoten und Gespräche – für Stärkung an Leib und Seele.

Osterspaziergang und Drei-Friedhöfe-Kreuzweg

Brünninghausen: Gemeindeleben findet nach Entwidmung neue Wege

Der Neuanfang ist geglückt: Auch wenn die Kirchengemeinde Philippus vor vier Monaten ihr Gemeindezentrum verlassen musste, das sieben Jahrzehnte lang für viele Menschen in und um Brünninghausen ein Ort des geistlichen Lebens und der Gemeinschaft war – das Bezirksleben hat neue Wege gefunden.

So gibt es am Karfreitag, dem 29. März, einen Drei-Friedhöfe-Kreuzweg, der um 11 Uhr an der Kapelle des Bauernfriedhofes Renninghausen startet und etwa anderthalb Stunden dauern soll. Der Weg führt über den Friedhof Steinäckerstraße in Hombruch zum Friedhof am Hombruchsfeld an der Löttringhauser Straße. An jeder Station wird es an der Kapelle eine kleine Meditation geben.

Zum Oster-Früh-Spaziergang mit anschließendem Frühstück lädt die Gemeinde dann am Ostermorgen ein: Um 7 Uhr startet eine kleine Osterwanderung von Brünninghausen über Löttringhausen nach Kirchhörde. Die Wandernden kommen dort gegen 8.2015 Uhr an und setzen sich dann an den gedeckten Ostertisch zum Osterfrühstück. Auch der CLevER-Bulli wird am Ostersonntag bereitstehen und kann neun Personen danach zurück nach Brünninghausen bringen. Für Kreuzweg und Osterwanderung gilt: Bitte nur trittsicher und in wetterfester Kleidung.

Das Gemeindezentrum aufzugeben und sich deutlich kleiner zu setzen, war für das Presbyterium im Bezirk Brünninghausen eine schwere Entscheidung, die es sich nicht leicht gemacht hat. Doch das zu groß und renovierungsbedürftig gewordene Haus sowie die sinkenden Gemeindemitgliederzahlen gaben letztlich den Ausschlag. Dass sich im Frühjahr 2023 ein Investor und Bauherr fand, der für 40 Mietparteien ein Mehrgenerationenprojekt realisieren wird, das dem diakonischen und gemeinschaftlichen Charakter einer Kirchengemeinde am nächsten kommt, war eine große Erleichterung. Die Gemeinde will dort einen multifunktional nutzbaren Raum anmieten, so dass den Menschen in Brünninghausen ein evangelischer Standort erhalten bleibt, den es mit neuem Leben zu füllen gilt.

„So befinden wir uns nun auf der Zielgeraden eines langen, schwierigen Prozesses“, sagt Pfarrerin Dagmar Krügel-Ladinig. „Der Akt der offiziellen Entwidmung der Predigtstätte Brünninghausen am 25. November um 18 Uhr im Kirchsaal gab der Trauer über die Aufgabe des Gemeindezentrums Raum. Aber auch die Dankbarkeit für alles Gewesene kam zur Sprache sowie das Eingeständnis, dass wir uns – nicht nur in Brünninghausen und Philippus, sondern in Kirche generell – in einem Prozess des Übergangs befinden, der im besten Fall Kapazitäten und neue Ideen freisetzt, wie gemeindliches Leben ohne sichtbare Kirche aber nah bei den Menschen gelingen kann.“

Für die Übergangszeit haben die verbleibenden Gruppen und Kreise im Pfarrheim der katholischen Gemeinde „Heilige Familie“ Unterschlupf gefunden. „Das klappt sehr gut“, sagt Krügel-Ladinig, „und ist eine Bereicherung für beide Seiten. Die Küsterin koordiniert die Nutzung, und in der kleinen Kapelle dürfen wir Andachten halten, zu denen auch katholische Gäste kommen.“ Einziger Wermutstropfen: „Einige ältere Leute sagen mir, sie vermissen den Sonntagsgottesdienst. Ein Mann fährt jetzt immer sonntags mit dem Bus nach Kirchhörde, andere gehen nach Hombruch.“ Immerhin, auf dem Gelände des alten Gemeindezentrums steht schon der Bauzaun. Und die Kindergartenkinder von nebenan gucken neugierig, wie es weitergeht.

Bildzeile:

Beim Entwidmungsgottesdienst des Gemeindezentrums mit Pfarrerin Dagmar Krügel-Ladinig und dem Ständig Stellvertretenden Superintendenten Michael Stache Ende November kamen viele, oft langjährige Besucher*innen des Hauses zusammen. Im Anschluss saß man noch lange zusammen, und viele Geschichten wurden erzählt. Fotos: Stephan Schütze