Adieu Ingomar Kury!

09.03.2026

Beliebter Kirchenmusiker nach 37 Jahren in Wellinghofen verabschiedet

Es war – wie sollte es anders sein – eine musikalische Veranstaltung: In einem gut besuchten Festgottesdienst zum Thema „Gebt unserm Gott die Ehre!“ wurde in Dortmund-Wellinghofen der Kirchenmusiker und Kantor Ingomar Kury am 22. Februar feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Die erweiterte Kantorei und zahlreiche Instrumentalist*innen und Solist*innen führten die Bachkantate „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut“ auf – unter der Leitung von Ingomar Kury und wie immer auf hohem musikalischem Niveau.

Besonders beeindruckend war auch die Orgelimprovisation nach der Predigt, in der Ingomar Kury aus dem Stand heraus den Gesang der Lerche interpretiert hat. „Das hat uns erneut gezeigt, welch einen außergewöhnlichen Musiker und Künstler wir durch seinen Ruhestand verlieren“, schreibt Pfarrer Bernd Hühmer im Gemeindebrief.

Im Gemeindehaus gab es beim anschließenden Empfang nicht nur leckeres Essen, sondern auch viele gute Worte, mit denen dieses Mal nicht Gott, sondern Ingomar Kury die Ehre gegeben wurde: Grußworte von Pfarrerin Annette Back als Vorsitzende des Presbyteriums, von Kreiskantor Wolfgang Meier-Barth und von Birgit Maiwald im Namen der Mitarbeitenden. Nach den über 37 Jahren seiner Tätigkeit in der Gemeinde war Gelegenheit zum Rückblick auf sein Wirken: Unzählige Menschen jedes Alters hat er in diesen Jahren musikalisch begleitet und begeistert, zahlreiche Werke zur Aufführung gebracht. Neben der musikalischen Gestaltung von Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen leitete er die Kantorei Wellinghofen, den Kammermusikkreis und den Distlerchor. Auch betreute er die Musical-AG in der Wichlinghofer Grundschule. Jährlich wurden in Chorprojekten große Werke und Oratorien einstudiert und aufgeführt. Ingomar Kury selbst hat Orgelkonzerte gegeben und dreimal im Jahr das Wellinghofer Wunschliedersingen begleitet, bei dem Menschen ohne Chorerfahrung gemeinsam singen.

Beim Empfang zur Verabschiedung gab es je noch ein Ständchen von Kantorei und Kammermusikkreis – und dann sorgte die Hauptperson höchstpersönlich dafür, dass alle mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge den Saal verließen: Gegen Ende des Nachmittags gab Ingomar Kury noch selbst in einer Präsentation einen amüsanten Rückblick auf sein Leben und Schaffen, in dem die Fülle seines – nicht nur musikalischen – Wirkens zum Ausdruck kam.


Ingomar Kury schloss sein Musikstudium an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg 1986 mit dem A-Examen ab. Nach zwei Jahren als Assistent beim Landeskantor in Pforzheim übernahm er 1989 die A-Kirchenmusiker-Stelle in Dortmund-Wellinghofen. Mehrere Jahre betrieb er Studien für Orgel bei Prof. Ewald Kooiman (Amsterdam) und für Orchesterleitung bei Prof. Karl-Heinz Bloemeke (Detmold). Kury nahm an den berufsbegleitenden Lehrgängen „Popularmusik im kirchlichen Bereich“, „Musikerziehung in Gemeinde und Gesellschaft“ und „Musikvermittlung im kirchlichen Bereich“ der Bundesakademie Trossingen teil. Im Jahr 2000 wurde ihm von der Evangelischen Kirche von Westfalen der Ehrentitel „Kirchenmusikdirektor“ verliehen. Seit 2007 ist Kury Vizepräsident des Verbandes Evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Deutschland (VEM). 2016 bekam er einen Lehrauftrag für Orgel an der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen in Witten.