Mitarbeitenden berichteten in Sankt Petri aus ihrer Arbeit
Die Dortmunder Mitternachtsmission feierte auch in diesem Jahr am zweiten Advent ihren traditionellen Gottesdienst in der Stadtkirche Sankt Petri. Doch in diesem Jahr war einiges anders: Die Mitarbeitenden der Mitternachtsmission berichteten persönlich von ihrer Arbeit und stellten ihre Erfahrungen mit der sogenannten Lover-Boy-Methode in den Mittelpunkt. Diese perfide Strategie täuscht Liebe vor, um junge Menschen in Abhängigkeit und Ausbeutung zu führen – ein krasser Gegensatz zur biblischen Botschaft der Liebe Gottes, die in Jesus Christus in die Welt kommt.
Gottes Liebe befreit. Sie zeigt uns, wie wertvoll jeder Mensch ist und dass wir alle würdig sind, unter gerechten Bedingungen zu arbeiten und zu leben. Die Mitternachtsmission bringt Licht in die dunklen Ecken von Menschenhandel und Prostitution. Dabei macht sie deutlich: Sexarbeit geschieht aus freien Stücken und braucht schützende Strukturen – nicht die Verdrängung in gesellschaftliche Randbereiche, wo Ausbeutung freie Hand hat, weil niemand mehr hinsieht.
Diese Überzeugung spricht gegen das Nordische Modell, das die Inanspruchnahme von Prostitution unter Strafe stellt. Was auf den ersten Blick wie eine gute Idee wirkt, führt in der Praxis dazu, dass Menschen in der Prostitution nicht mehr geschützt sind. Sie müssen ohne schützende Strukturen und ohne Sicherheit arbeiten. Die Statistik mag sinken, doch die Not der Menschen wächst – ebenso wie das Dunkel ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen.
Die Mitternachtsmission setzt hier ein starkes Zeichen: Durch Beratung, Begleitung und Prävention schafft sie Schutzräume und Perspektiven. Sie verwirklicht etwas von der Liebe Gottes, die zu Weihnachten in die Welt kommt – eine Liebe, die nicht verurteilt, sondern befreit und Hoffnung schenkt.
Quelle: Mitternachtsmission