Bild: Stephan Schütze

Methodist Church/Sri Lanka

Seit 1982 verbindet uns eine Partnerschaft mit der Methodist Church of Sri Lanka (MCSL). Von Anfang an stand der Gedanke einer Partnerschaft auf Augenhöhe im Mittelpunkt: voneinander lernen, Glauben teilen, Lebensrealitäten verstehen.

Über viele Jahre lebte diese Verbindung von intensiven Begegnungen. Delegationen reisten für mehrere Wochen nach Sri Lanka und nach Dortmund. Gemeinden, soziale Projekte und diakonische Einrichtungen wurden besucht, Gottesdienste gemeinsam gefeiert, Alltag und Spiritualität geteilt.

Während des Bürgerkriegs in Sri Lanka (1983–2009) bewährte sich die Partnerschaft besonders. Die Methodist Church spielte eine wichtige versöhnende Rolle zwischen den Volksgruppen. Unsere Solidarität und das gemeinsame Gebet verbanden uns in dieser schweren Zeit.

Der Partnerschaftskreis hat 2018 seine Arbeit beendet.
Derzeit ruht die Partnerschaft. Doch sie ist nicht abgeschlossen.
Sie gleicht einer gewachsenen Verbindung mit tragfähiger Geschichte – offen für neue Impulse und eine mögliche Wiederbelebung, wenn auf beiden Seiten neue Wege entstehen.

Partnerschaft auf Augenhöhe

Im Jahr 1982 beschloss die Kreissynode des damaligen Kirchenkreises Dortmund-Mitte die Aufnahme einer Partnerschaft mit der Methodistischen Kirche Sri Lankas (MCSL). Dabei stand von Anfang an der Gedanke einer Partnerschaft auf Augenhöhe und eines voneinander Lernens im Vordergrund. Im Jahr 2007 wurden die prägenden Grundlagen der Partnerschaft in einem „Partnerschaftsvertrag“ erneuert formuliert, den die Synode des damaligen Kirchenkreises Dortmund-Mitte-Nordost und die MCSL beschlossen haben.

Leben und Erfahrungen teilen

Tragendes Moment der Partnerschaft sind daher regelmäßige Besuche und Begegnungen. In jährlichem Wechsel besuchen jeweils vier Delegierte aus Sri Lanka Dortmund und umgekehrt. Die Delegationsbesuche umfassen einen Zeitraum von vier Wochen. In Sri Lanka werden Projekte und Gemeinden besucht. In Dortmund gibt es ein Programm, das die Begegnung mit den Gemeinden in den Mittelpunkt stellt und Projekte und Einrichtungen, die für unsere Gäste interessant sind, z.B. Krankenhausseelsorge, Suchtberatung etc. Es gibt auch Veranstaltungen wie Sri Lanka-Nachmittage oder die Teilnahme von Delegierten an Konfirmandenfreizeiten.

Der direkte Kontakt, das Zusammenleben, das Teilen der jeweiligen Lebensrealität stand und steht im Mittelpunkt unserer Partnerschaft. Das bedeutet auch, dass unsere Partner – manchmal sicher auch mit einigem Unverständnis – unsere Realität in unseren Gemeinden wahrnehmen.

Von 1993 – 1996 hatten wir einen Pfarrer aus Sri Lanka mit seiner Frau als Gastpfarrer in Dortmund. Er war in der ehemaligen Johannesgemeinde im Dortmunder Norden angesiedelt, hat aber im gesamten damaligen Kirchenkreis Dortmund-Mitte gepredigt und Gemeindeveranstaltungen gestaltet. Dieser Aufenthalt brachte für beide Seiten spannende Lernprozesse.

Einen Einblick in die vielfältigen Erlebnisse in und aus dieser Partnerschaft geben 25 Geschichten, die wir aus Anlass des 25-jährigen Bestehens unserer Partnerschaft zusammengestellt haben.

Bürgerkrieg und die Folgen

Die MCSL ist eine der wenigen gesellschaftlichen Gruppen des Landes, in der die beiden Volksgruppen der Singhalesen und der Tamilen gleichberechtigt vertreten sind. Während des Bürgerkriegs von 1983 bis 2009 und auch nach dessen Ende nahm und nimmt sie eine wichtige Rolle als die Volksgruppen versöhnender Akteur wahr.

Während des Bürgerkrieges bewährte sich unsere Partnerschaft in vielfältiger Weise. Unsere Partner empfanden unsere Bemühungen ihnen zur Seite zu stehen als ermutigend und stützend. Ihre Bitte „Betet für uns“ begleitete uns durch all die Jahre, in denen wir an dem Leid, das die Menschen erlebten, Anteil nahmen. Wir sahen unsere Aufgabe darin, an der Seite unserer Partner zu sein, ihr Leben zu teilen.

In diesem Jahr feiert die Methodistische Kirche Sri Lankas ihr 200-jähriges Bestehen. Zu dem Festakt im Juni wird Superintendent Schlüter nach Sri Lanka reisen – ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Partnerschaft auch im neuen Kirchenkreis Dortmund fortgeführt werden wird.