Von Nicole Schneidmüller-Gaiser
Sie hieß Danielle. Und sie war schwanger. Viel mehr weiß ich nicht über sie. Sie hatte ihre Gründe, das Land zu verlassen. Algerien. „In den letzten Jahren ist es in Algerien immer wieder zu Terroranschlägen und Entführungen gekommen“, schreibt das Auswärtige Amt und warnt vor Reisen in die nordafrikanische Republik. Von „andauernden terroristischen Aktivitäten“ ist die Rede.
Warum genau Danielle ihr Land verlassen wollte, weiß ich nicht. Nur, dass sie sich in ein Boot setzte, das sie fortbringen sollte. Das Boot sank. Danielle ist tot. Gestorben auf der Flucht in die Freiheit, zu einem Leben in Würde, in das ihr Kind niemals geboren werden sollte.
Der Weltflüchtlingstag am 20. Juni erinnert an das Schicksal von Menschen auf der Flucht. Seit Jahren sterben an Europas Grenzen Flüchtende – seit 1993 wird die Zahl der Toten dokumentiert. „Seitdem sind mehr als 51.000 Menschen gestorben“, weiß Susanne Karmeier, Pfarrerin an der Reinoldi-Stadtkirche in Dortmund, und beklagt: „Öffentlich findet dieser Skandal wenig Beachtung.“
Mit der Initiative „Beim Namen nennen“ macht ein Dortmunder Aktionsbündnis jährlich auf das Leid und das Unrecht an den europäischen Außengrenzen aufmerksam. Auch in diesem Jahr werden Freiwillige aus der „Liste der Todesfälle“ eine unvorstellbar große Zahl an Namen verlesen, in einem 24-Stunden-Lese-Marathon in St. Reinoldi, der am 19. Juni um 18 Uhr startet und bis zum 20. Juni, 18 Uhr andauert. „In dieser Zeit lesen wir so viele Namen wie möglich“, erklärt Susanne Karmeier. Jede Lesung dauert etwa 25 Minuten, sie beginnt immer zur vollen und zur halben Stunde. Es folgt ein Moment der Stille, eine Kerze wird angezündet. Musik, Gesang oder kurze Literaturlesungen ergänzen die eindringliche Aktion.
Jeder Name, ein Schicksal. Ein ausgelöschtes Leben. Ein qualvolles Sterben. Von manchen Menschen, die ertrunken, erschossen, verdurstet oder vom Fluchtauto in den Tod gestürzt sind, kennt man die Umstände des Todes. Bei manchen fand man Papiere, von anderen weiß man nur das Geschlecht. Manchmal nicht einmal das. „Ein Mensch. Tot aufgefunden am XX“, steht dann in der nüchternen Excel-Tabelle, aus der Menschen wie die Superintendentin des Kirchenkreises, Heike Proske, die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes, Uta Schütte-Haermeyer, und viele andere Menschen vorlesen.
Während die Namen zwischen den Mauern der historischen Kirche verhallen, soll auf dem Vorplatz der Reinoldikirche in diesem Jahr außerdem ein länger bleibendes „Mahnmal der Menschenwürde“ entstehen. „Ab dem 17. April können alle, die uns unterstützen wollen, bei der Aktion `Namen schreiben´ Stoff-Streifen beschriften, mit den Namen und Todesumständen der auf der Flucht gestorbenen Menschen. Für dieses Zeichen braucht es viele Mitwirkende, die sich von den Schicksalen Geflüchteter berühren lassen und sich gemeinsam solidarisch erklären“, so Susanne Karmeier. Beteiligen, so die Pfarrerin, können sich Schulklassen, Studierende, Gruppen, Gemeinden, Chöre, Institutionen der Stadt, Einzelpersonen. Zwischen dem 19. Und 23. Juni würden die Stoff-Streifen dann an einer Installation in der Dortmunder Innenstadt aufgehängt: „Ein Zeichen trotziger Trauer. Und eine Forderung, den Flüchtlingsschutz zu stärken und Menschenrechte einzuhalten.“
Ich habe Danielle nicht gekannt. Aber nun kenne ich ihren Namen. Und ich werde dafür sorgen, dass er sichtbar, hörbar, und nicht vergessen wird.
Weitere Informationen und Koordination
- Namen lesen
19. Juni bis 20. Juni, 18 Uhr, in der Offenen Kirche St. Reinoldi
Informationen und Anmeldung bei- Susanne Karmeier, karmeier@sanktreinoldi.de oder bei
- Uta Schütte-Haermeyer, schuette@diakoniedortmund.de
- Namen schreiben
Interessierte mailen bitte an Susanne Karmeier, karmeier@sanktreinoldi.de, und schreiben, wie viele Stoff-Streifen benötigt werden.
Diese werden, zusammen mit den Namen, die auf den Stoff geschrieben werden sollen, entweder zugeschickt oder können im Haus der Diakonie abgeholt werden,
Telefon zur Terminabsprache: 0231 8494-621
Die fertigen Stoff-Streifen können entweder zu den Öffnungszeiten an der Reinoldikirche abgegeben oder per Post an das Büro der Diakonie zurückgeschickt werden:- Haus der Diakonie,
Verwaltung Migration und Integration,
Rolandstraße 10,
44145 Dortmund. - Wer möchte, kann die Stoff-Streifen auch im Aktionszeitraum (19.-23.6.2023) selbst zum Mahnmal bringen und dort aufhängen.
- Haus der Diakonie,
Veranstaltungen zum Weltflüchtlingstag
Ausstellung zum Weltflüchtlingstag
Vom 13. bis zum 23. Juli in St. Reinoldi in der Offenen Kirche
„Schau mich an – Gesicht einer Flucht“
Eine Ausstellung über Flucht und Ankommen – Geschichten aus 75 Jahren
Vernissage: Dienstag, 13. Juni, 17 Uhr
Die Initiatorin Geburgis Sommer führt in und durch die Ausstellung.
Musik: Mouaz al Sreah – Fagott, Oud
Austausch beim Imbiss
Gottesdienst zum Weltflüchtlingstag
Sonntag, 18. Juni, 11.30 Uhr, Reinoldikirche
„Sie hin“ – „Sieh mich an“ – „Sie nicht weg“ – „Ach, geh mir aus den Augen“
Eröffnung der Aktion „Beim Namen nennen“
Susanne Karmeier, Stadtkirchenpfarrerin an St. Reinoldi
Paul Stamm, Superintendent i.R., Koordination Flüchtlingsinitiativen in Dortmund
Uta Schütte-Haermeyer, Geschäftsführerin Diakonisches Werk Dortmund und Lünen
Berti Hoer Aktionsbündnis „Beim Namen nennen“.
Musik: Mouaz al Sreah, Fagott | Anke Letzig, Flöte | Tobias Schneider, Klavier
Vor und nach dem Gottesdienst können in der Reinoldikirche Namen der Toten für das Mahnmal der Menschenwürde geschrieben werden.
Videografisches Mahnmal der Künstlerin Miu-Wah Lok
Montag, 19. bis Freitag, 23. Juni,
StadtKirchenForum an der Reinoldikirche
Tag und Nacht – Beginn mit dem Verlesen der Namen der Verstorbenen am 19. Juni ab 18 Uhr
Die Dortmunder Künstlerin Miu-Wah Lok – erfahren im Bereich Live-Visuals, Installationen, Objektdesign und 3D-Modelling – setzt sich mit den auf der Flucht nach Europa gestorbenen Menschen auseinander. Sie beleuchtet Einzelschicksale und macht sie in den Schaufenstern des StadtKirchenForums an St. Reinoldi für die Öffentlichkeit sichtbar. Schlägt so eine Brücke zwischen der Erinnerung an die in der Reinoldikirche verlesenen Namen und dem Protest im öffentlichen Raum, der wachrüttelt und zeigt, wie tödlich die Abschottung der Festung Europa wirkt.
Mit Unterstützung des Kulturbüros der Stadt Dortmund und Grenzenlose Wärme e. V.
Kranzniederlegung am Denkmal für die Toten der See
Dienstag, 20. Juni, 12 Uhr, vor dem Alten Hafenamt, Sunderweg 130, Dortmund
Die Dortmunder Flüchtlingsinitiativen und die Ev. Stadtkirche St. Reinoldi gedenken der Toten der See – besonders der Menschen, die auf der Flucht im Mittelmeer ertrunken sind. Bürgermeister Norbert Schilf und die Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Dortmund, Heike Proske, sprechen Worte des Gedenkens. Schülerinnen und Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums lesen Namen der im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge.
Musik: Andreas Heuser und Kioomars Musayyebi Circle of Silence „Wenn ich es wäre …“
Stummer Protest
Dienstag, 20. Juni, zwischen 14 und 14.30 Uhr vor der Reinoldikirche, Ostenhellweg
Eine halbe Stunde setzen wir schweigend ein Zeichen gegen die Ausgrenzung und das Vergessen von geflüchteten Menschen an unseren Grenzen und in unserer Gesellschaft. Stellen Sie sich dazu.
„ON OUR DOORSTEP“ Film und Gespräch mit Mitgliedern der NGO „No Border Medics e. V.
Dienstag, 20. Juni, 19.30 Uhr, Kino sweetSixteen, Immermannstraße 29, 44147 Dortmund
Der Regisseur Thomas Laurance taucht mit seinem Film „ON OUR DOORSTEP“ tief in einen Bereich der scheiternden europäischen Asylpolitik ein, der die Presse kaum erreicht. Der Film wirft einen Blick hinter die Kulissen der außergewöhnlichen Basisbewegung, die sich für Geflüchtete in Calais einsetzte. Er bringt die Gemeinschaft ins Bild, die dort entstand, bevor sie 2016 gewaltsam aufgelöst wurde. Unglaublich kraftvoll und bewegend fängt der Film die Not und Menschlichkeit des Flüchtlingslagers von Calais ein. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zum Gespräch mit zwei Mitgliedern der NGO „No Border Medics e. V.“ Sie bieten entlang der Ärmelkanalküste in Frankreich aktuell medizinische Versorgung an und sprechen über die aktuelle Situation dort.
„Diskriminierung im Alltag mutig begegnen!“
Mittwoch, 21. Juni, 19 Uhr, Online via Zoom
Online-Vortrag mit Referent: Jürgen Schlicher (Antirassismustrainer, Diversity Trainer) Wir alle können uns nicht davon freisprechen, Vorurteile zu haben und mit Vorannahmen zu arbeiten. Menschenfeindliche Sprache und Begriffe in den (sozialen) Medien und im gesellschaftlichen Sprachgebrauch verhärten das Bild. Ein vorurteilsbewusster Umgang kann Diskriminierungen zu einem Großteil verhindern – aber auch nicht komplett ausschließen. Wie begegnen wir Vorurteilen und Diskriminierung gegenüber Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, um einen sachlichen Diskurs zu führen. Eine Kooperationsveranstaltung des Ev. Erwachsenenbildungswerks Westfalen und Lippe e. V. und der Konrad-Adenauer-Stiftung (Regionalbüro Westfalen). Der Zoom-Link zur Veranstaltung wird Ihnen im Vorfeld per E-Mail geschickt. Anmeldung: felix.eichhorn@ebwwest.de oder beate.kaiser@kas.de
Benefizkonzert für „Ärzte ohne Grenzen“ mit dem Transorient Orchestra und Orpheus XXI u. a.
Donnerstag, 22. Juni, 19.30 Uhr, Ev. Pauluskirche, Schützenstraße 35, Dortmund
Santur, Oud, Ney und Darbuka im kreativen Dialog mit Big-Band-Bläsersätzen, Gitarre, Bass, Violine, Schlagzeug und Percussion plus arabischem und türkischem Gesang. Das Transorient Orchestra unter der Leitung von Andreas Heuser bringt Orient und Okzident zusammen. Und zugleich erklingt der Soundtrack des Ruhrgebiets. Dazu singt der Chor Orpheus XXI auf Arabisch, Hebräisch, Syrisch, Türkisch, Persisch und mehr. Er wurde 2021 als Chor für das große Ensemble Orpheus NRW gegründet und arbeitet unter Anleitung von Rebal Alkhodari an einem neuen Klang, der zwischen neuer Heimat und Rückblenden auf arabische Musik hin und her schwingt. Der Sound kommt aus dem Iran und Afghanistan und allen Mittelmeerländern.
„Crianças – Kinder der Straße“ Eine Groteske in acht Bilder. Straßentheater von Studio 7
Freitag, 23. Juni, 16 bis ca. 16.45 Uhr vor der Reinoldikirche
Ein Kind, mit einer Puppe, versucht auf der Straße zu überleben, allein. Sein Inneres ist voller Musik. Es hungert. Es spielt und tanzt. Es ernährt sich von dem, was ihm zugeworfen wird und stolpert durch den grotesken Traum von einer schöneren neuen Welt. Frei von Hunger und Gewalt. Ana Patricia Marioli führt mit ihrer wortlosen Präsenz durch Bilder vom Rand unserer Gesellschaft.
Interaktive Veranstaltung von Diaspora & Development
Freitag, 16. Juni, ab 19 Uhr / Ort wird noch bekannt gegeben
Musik, Debatten, Diskussionen, Darstellungen, Gespräche, Gedichte und Künste. Im Blick: die Gefahren von Fluchtrouten, die Realitäten von illegaler Migration und die Geschichten von Menschen aus dem afrikanischen Kontinent auf ihrem Weg nach Europa.
Licht & Stille / Totengedenken – Abendgebet & Segen & Beten. Für den Frieden
Freitag, 16. Juni, 17.45 Uhr und 18 Uhr in St. Reinoldi
Zum Abschluss der Aktionstage zum Weltflüchtlingstag Susanne Karmeier, Stadtkirchenpfarrerin an St. Reinoldi Martina Jasper, Klavier
Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Was in diesem Jahr gespendet wird, unterstützt: die Dortmunder Hilfsorganisation Grenzenlose Wärme – Refugees Relief Work e.V. – Informationen: www.grenzenlose-waerme.blog und ihr Partnerprojekt „CollectiveAid“: Das ist eine unabhängige Organisation, die u. a. in Subitoca und Belgrad aktiv ist. Sie setzt sich seit 2019 für Geflüchtete und Migrant:innen in der Region an der ungarisch-kroatischen und rumänischen Grenze ein, die dort im Freien schlafen. Sie macht aufmerksam auf Verletzungen und Misshandlungen der Geflüchteten an den europäischen Grenzen. Informationen: www.collectiveaidngo.org
Organisation in Dortmund
- CJD Standort Zeche Germania, BvB P Maßnahme Schwerpunkt Holzwerken,
- Diakonisches Werk Dortmund und Lünen gGmbH,
- Diaspora & Development „D&D“ e. V.,
- Ev. Erwachsenenbildungswerk Westfalen-Lippe,
- Ev. Kirchenkreis Dortmund/Referat Ökumene,
- Ev. Stadtkirche St. Reinoldi,
- ESG-Ruhr Ev. Studierendengemeinde,
- Kontaktstelle Ev. Jugend,
- Flüchtlingshilfe im Stadtbezirk Aplerbeck e. V.,
- Flüchtlingspaten Dortmund e. V.,
- Grenzenlose Wärme e. V.,
- Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. Regionalbüro Westfalen,
- Pauluskirche, Ev. Lydia-Kirchengemeinde Dortmund,
- Projekt Ankommen e. V.,
- Schulreferat des Ev. Kirchenkreis Dortmund,
- Termiten Bau/Staffan Gettys,
- TRAIN OF HOPE Dortmund e. V.,
- VMDO Verbund der sozial-kulturellen Migrantenvereine in Dortmund e. V.,
- privat Engagierte
Regionale Unterstützer*innen
- Evangelischer Kirchenkreis Dortmund,
- Evangelische Kirche von Westfalen,
- forum JUGEND! e. V.,
- Gast-Haus – Ökumenische-Wohnungslosen-Initiative e. V.,
- oikos-Institut für Mission und Ökumene,
- Referat für Gesellschaftliche Verantwortung des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund,
- United4Rescue – Gemeinsam Retten e. V.,
- Welthaus e. V.
Schirmherrschaft von „Beim Namen nennen“ in Deutschland
- Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland und
Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus
Beim Namen nennen – Grußwort der Schirmherrin
Annette Kurschus: Das ist mein Name. Bei ihm werde ich gerufen. So heiße ich. Mehr noch: Das bin ich! Meine Eltern haben meinen Namen in Liebe für mich ausgesucht. An ihm habe ich gelernt, wer ich bin und wann ich gemeint bin. Ich weiß all die Nuancen, in denen man ihn aussprechen, flüstern, rufen, brüllen, seufzen kann, liebevoll, ärgerlich, ungeduldig … Ich höre ihn in unzähligen Stimmen auf die unterschiedlichsten Weisen klingen. Mein Name: Ich trage ihn mein Leben lang und noch über mein Leben hinaus.
Wie unrecht hat Goethes Doktor Faust, der behauptet: „Gefühl ist alles, Name ist Schall und Rauch.“ Kein Wunder, denn Faust hat schließlich einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Teuflisch ist es, dass abertausende Menschen, die bei ihrer Flucht umkommen, namenlos bleiben. Sie werden an Grenzzäunen getötet und ertrinken im Mittelmeer. Das Mittelmeer ist ein riesiger Friedhof. Die nassen Gräber haben keine Kreuze, keine Blumen, keine Gedenksteine. Ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn man für jeden Menschen, der an seinen Zukunftshoffnungen starb, eine Boje ins Wasser setzen würde, auf der sein Name stünde. Es wären seit 2014 mehr als 25.000: 25.000 Männer, Frauen, Kinder. 25.000 Lebensgeschichten. 25.000 Namen.
Gottes Name verbindet sich mit ihnen. Er erinnert an Menschen, die flüchten, ihnen ist er zuerst zugedacht und zugesagt. „Ich werde sein, der ich sein werde“ verrät Gott seinen Namen, als er sich dem Mose vorstellt und ihm den Auftrag gibt: Führe mein Volk heraus aus dem Sklavenhaus Ägypten. So beginnt das Buch Exodus, das Buch vom großen Auszug ins Gelobte Land. Gottes Name ist ein Versprechen, das sein göttliches Wesen beschreibt: Ich bin da und werde für euch da sein. Ich lasse euch nicht im Stich. „Im Namen Gottes“: Es ist keine Floskel, wenn wir unsere Gottesdienste so beginnen. Es sind Worte, aus denen Taten werden. Zum Beispiel die Aktion „Beim Namen nennen“.
Es ist mir eine Ehre, Schirmherrin dieser Initiative zu sein. Sie macht darauf aufmerksam: Jeder einzelne der vielen Toten ist ein unverwechselbarer, einmaliger Mensch, von seinen Eltern beweint, von seinen Kindern vermisst, von seinen Lieben geliebt. Auch wenn die vielen Menschen geflüchtet sind – sie sind nicht flüchtig wie Schall und Rauch. Sie sind keine Nummern. Sie haben in Ewigkeit einen Namen. Jeder Name, der gelesen wird, ist ein Protest gegen ihren bitteren Tod.