Iftar im Keuning-Haus als Zeichen gelebter Vielfalt
Beim gemeinsamen Fastenbrechen im Ramadan, dem Iftar, im Dortmunder Dietrich-Keuning-Haus ist ein besonderer Moment für die Stadtgesellschaft entstanden. Menschen unterschiedlicher Religionen, Kulturen und Lebensgeschichten kamen zusammen, um miteinander zu essen, zu feiern und einander zuzuhören. Um den Sonnenuntergang herum wurde spürbar, wie sehr Vielfalt tragen kann, wenn sie im Miteinander gelebt wird. Einen besonderen Blick darauf ermöglichte der Comedian und Poetry-Slammer Mo Boubaker, der seine Gedanken gekonnt und angemessen neben Gebet, Reden und Musik stellte.
Der Ramadan ist eine Zeit des Innehaltens, des Verzichts und der bewussten Hinwendung zu dem, was das Leben trägt. Im gemeinsamen Feiern zeigte sich, dass diese Erfahrung religionsübergreifend anschlussfähig ist: Im Glauben an Allah, im Glauben an Gott – in unterschiedlichen Traditionen und doch verbunden durch das, was unsere Herzen bewegt. Das, was wir während der Fastenzeit entbehren, und das, was wir bewusst als Gabe empfangen, wurden im Iftar zu einem gemeinsamen, heiligen Moment.
Besonders bewegend war der Vortrag von Prof. Dr. Naciye Kamçılı-Yıldız mit dem Titel „Wenn der Alltag innehält. Perspektiven auf den Ramadan“. Ihre Worte machten erfahrbar, wie der bewusste Verzicht Räume öffnet – für Dankbarkeit, für Mitgefühl und für eine neue Wahrnehmung dessen, was uns geschenkt ist. Viele der Anwesenden konnten sich in diesen Gedanken wiederfinden, unabhängig von ihrer religiösen Herkunft und Orientierung.
Das Fastenbrechen wurde so zu mehr als einem festlichen Abend. Es wurde zu einem sichtbaren Zeichen dafür, dass im Dialog der Religionen etwas aufscheint, das uns gemeinsam trägt – gerade in einer Zeit, die von Krisen und Verunsicherung geprägt ist. Für Dortmund war dieser Abend ein starkes Bild: für Zusammenhalt, gegenseitigen Respekt und eine Stadtgesellschaft, die ihre Vielfalt als Reichtum versteht.
Bild: Stephan Schütze
Bild: Stephan SchützeAm Fastenbrechen nahmen auch (v. li.) Oberbürgermeister Alexander Kalouti, Leonie Grüning (Ständig Stellvertretende Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Dortmund), Matthias Dudde (Referat für Gesellschaftliche Verantwortung, Ev. Kirchenkreis Dortmund), Ahmad Aweimer (Sprecher des Rates der muslimischen Gemeinden in Dortmund) und Leonid Chraga (Vorsitzender des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration sowie Geschäftsführer der Jüdischen Kultusgemeinde Dortmund) und Zwi Rappoport (Vorstand Jüdische Kultusgemeinde Dortmund) teil.