SRED leistet Rechtlosen Hilfe
Dortmunder Kirchengemeinden unterhalten zahlreiche internationale Partnerschaften. Die Miriam-Gemeinde ist Partnerin der Organisation SRED (Society für Rural Education and Development) in Chennai/Tamil Nadu (Südindien). Sie engagiert sich für die Rechte von Dalitfrauen, nicht organisierten Arbeitern, Farmern, Tagelöhnern, Prostituierten und Mathammas (Frauen, die einer Gottheit geweiht sind, was fast immer gleichbedeutend mit Prostitution ist). Auch hier sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren.
Seit dem 24. März befinden sich 1,3 Milliarden Menschen in Indien im Lockdown. Vor einer solchen Herausforderung stand das dicht bevölkerte Land in seiner ganzen Geschichte noch nicht. Davon ist Fatima Natesan Burnad, langjährige Leiterin von SRED, überzeugt.
SRED habe Möglichkeiten zur Reinigung und Desinfizierung der Hände für die Dorfbewohner besorgt und Gesichtsmasken verteilt, sagt sie. Des Weiteren plane SRED Menschen aus den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsschichten finanziell zu unterstützen. So sollen 500 Frauen je rund 60 Euro erhalten.
Schätzungen zu Folge arbeiten etwa 80 bis 90 Prozent aller Erwerbstätigen in Indien ohne Arbeitsverträge. Sie erhalten keinerlei staatliche Unterstützung bei Arbeitslosigkeit, sind weder kranken- oder unfallversichert. Menschen mit Anspruch auf Lebensmittelkarten hätten von der indischen Regierung einmalig zwölf Euro als Unterstützung erhalten, sagt Fatima Natesan Burnad.
Wie sehr Teile der indischen Bevölkerung unter dem Lockdown leiden, erläutert Burnad an Beispielen. Eine Frau etwa ist 1.400 Kilometer gereist, um ihren Sohn auf ihrem Motorroller nach Hause zu holen. Ein 65-Jähriger Mann brachte seine Frau auf dem Fahrrad von Kumbakonam nach Pondicherry (130 Kilometer), damit sie dort behandelt werden konnte. Trotz knapper Mittel, tue SRED alles, um den Rechtlosen in der indischen Bevölkerung auch in der Corona-Pandemie zu helfen.
chk
Spendenkonto: Kreiskirchenkasse Dortmund, IBAN: DE33 4405 0199 0001 0611 00, Verwendungszweck: Mandant 25130.380031
Bildzeile: SRED-Mitarbeiterinnen verteilen Gesichtsmasken.
Foto: SRED