„Das Zauberwort lautet Transformation“

01.10.2026

Blick über den Tellerrand bei den Betriebsbesuchen des Pfarrkonvents

Unter dem Leitwort „Transformation“ standen in diesem Jahr drei Betriebsbesuche auf dem Programm. Gemeinsam mit der Handwerkskammer Dortmund besuchten die Teilnehmenden den neuen Lensing Media Port im Dortmunder Hafen, die Firma Weckbacher Sicherheitssysteme sowie die Tischlerei Giese & Liebelt in Hombruch. Im Mittelpunkt standen Digitalisierung, Fachkräftemangel, Künstliche Intelligenz und die Frage, welche Folgen wirtschaftliche Veränderungen für die Beschäftigten haben.

Medienhaus im digitalen Wandel

Besonders deutlich wurde der Wandel beim Besuch des Medienhauses Lensing. Im Lensing Media Port begrüßten Chefredakteur Wolfram Kiwit und Redakteur Oliver Volmerich die Gruppe. Das ehemalige Speichergebäude im Hafen ist heute Sitz von Verlag, Redaktion und digitalen Geschäftsbereichen und gilt als sichtbares Zeichen des Umbruchs in der Medienbranche.

In seinem Vortrag zeichnete Kiwit die Entwicklung des Familienunternehmens nach und beschrieb die Herausforderungen des Journalismus im digitalen Zeitalter. Familiengeführte Medienhäuser müssten sich zunehmend zusammenschließen, um die tiefgreifenden Veränderungen bewältigen zu können. Die Unternehmensgruppe beschäftigt heute rund 5.000 Mitarbeitende in 20 Städten. Die Redaktionen produzieren Inhalte längst nicht mehr nur für die gedruckte Zeitung, sondern ebenso für Websites, Apps, soziale Medien und das E-Paper.

Mehr als 66.000 digitale Abonnements

Das große Ziel formulierte Kiwit in einer Zahl: 111.111 digitale Abonnements. „Das ist unser Nordstern“, sagte er. Bereits heute liege das Unternehmen bei mehr als 66.000 digitalen Abonnements. Als Vorbild nannte er skandinavische Medienhäuser, die den digitalen Wandel bereits erfolgreich gestaltet haben. Zugleich machte er deutlich, dass die Zukunft des Journalismus ebenso offen sei wie die vieler anderer gesellschaftlicher Institutionen.

Parallelen zwischen Medien und Kirche

Bei den Pfarrerinnen und Pfarrern stießen die Parallelen zur Situation der Kirche auf besonderes Interesse. Hier sinken Auflagen und Leserzahlen, dort die Mitgliederzahlen. Hier wie dort geht es um die Frage, wie Tradition und Zukunft miteinander verbunden werden können und welche Strukturen langfristig tragfähig bleiben.

Fachkräfte und Künstliche Intelligenz

Neben dem Medienhaus standen bei den weiteren Betriebsbesuchen andere Aspekte der Transformation im Mittelpunkt: Bei Weckbacher Sicherheitssysteme ging es um moderne Personalführung und Fachkräftegewinnung, bei der Tischlerei Giese & Liebelt – wie schon im Vorjahr – um die Chancen und Grenzen Künstlicher Intelligenz im Handwerk.

Wandel als gemeinsame Herausforderung

Am Ende nahmen die Teilnehmenden vor allem eines mit: die Erkenntnis, dass gesellschaftlicher Wandel längst nicht nur die Kirche betrifft, sondern Unternehmen, Beschäftigte und Institutionen gleichermaßen herausfordert.