Um die Vielfalt des Protests deutlich zu machen, gibt es am Montag, 14. Oktober – jeweils ab 19 Uhr – drei Versammlungen und Demos an verschiedenen, aber eng bei einander liegenden, Orten. Der Naziaufmarsch soll nach den Vorkommnissen in Dortmund, aber vor allem auch in Halle, nicht umkommentiert bleiben. "Zudem ist es längst überfällig, dass auch die Menschen in der Nordstadt, die seit Wochen die Aufmärsche der Nazis ertragen müssen, Unterstützung bekommen und Solidarität erfahren", erklärt der Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus.
Folgende Versammlungen und Demonstrationen sind geplant
- Der Förderverein Gedenkstätte Steinwache/Internationales Rombergpark-Komitee e.V. wird in Kooperation mit dem Arbeitskreis Dortmund gegen Rechtsextremismus am NSU-Mahnmal (Steinstraße 48) eine Demonstration starten.
- Das Bündnis Dortmund gegen Rechts wird seine Demonstration an der Kurfürstenstraße/ Ecke Kirchenstraße starten.
- Das Bündnis BlockaDO trifft sich an der Ecke Grüne Straße/ Baumstraße.
Die Organisationen rufen dazu auf, am Montag – unabhängig eines möglichen Verbots des Neonazi-Aufmarschs – ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit in Dortmund zu setzen.
Auch die Ev. Lydia-Kirchengemeinde ruft zur Beteiligung auf
- Das Presbyterium der Ev. Lydia-Kirchengemeinde ist betroffen und entsetzt über das antisemitische und rassistische Attentat von Halle. Die Gemeinde versteht sich in der Tradition von Pfarrer Lic. Günther Koch, der sich in der Paulusgemeinde (heute Teil der Lydiagemeinde) in den 30er-Jahren der "Bekennenden Kirche" verpflichtet fühlte und der menschenfeindlichen Ideologie des Nationalsozialismus widersprach.
Wir sind bestürzt, dass in Deutschland weiterhin Antisemitismus und Rassismus gewalttätige Früchte tragen. Das ist mit christlichen Werten und einem freiheitlichen Staat, der sich auf die Allgemeinen Menschenrechte beruft, nicht vereinbar. Hier sind Staat und Gesellschaft herausgefordert, Konsequenzen zu ziehen.
Dagegen dürfen seit zwei Wochen die Partei "Die Rechte" und ihre Anhänger in der Dortmunder Nordstadt demonstrieren und offen und unverhohlen Judenfeindlichkeit proklamieren. Wir wenden uns voller Sorge an die Gerichte unseres Landes und an die Polizei: bitte sorgen Sie dafür, dass so bald wie möglich Demonstrationen, auf denen zu Hass und Gewalt gegenüber Menschen anderen Glaubens und anderer Weltanschauung aufgerufen werden, untersagt werden!
In Dortmund haben wir seit Jahrzehnten gute Erfahrungen im interreligiösen Gebet und gemeinsamen Veranstaltungen der verschiedenen Religionen. Wir stehen solidarisch zusammen gegen Hass und Gewalt. Das Judentum ist die Wurzel des Christentums. Wir sind in unserem Glauben elementar miteinander verbunden. Wir rufen alle Mitbürger*innen auf, den Aufmärschen mit Judenfeindlichkeit und nationalsozialistischer Gesinnung in der Nordstadt aufs Schärfste zu widersprechen. Bitte beteiligen Sie sich an Kundgebungen gegen die Nazi-Demonstrationen.