Im Kirchenkreis gibt es eine neue Prädikantin – und sie ist ein Novum
Von Erik Benger
Die Lydia-Gemeinde hat mit Christina Ernst eine neue Prädikantin. Mit ihrer neuen Aufgabe wird Ernst vor allem für inhaltliche Aufgaben wie z. B. für Gottesdienste zuständig sein. Der Wunsch, Prädikantin zu werden, hat sich bei ihr über viele Jahre entwickelt. Begonnen hat alles mit einer Idee für ein Wohnungslosen-Café in der Innenstadt, dadurch kam sie mit Pfarrer Friedrich Laker in Kontakt und irgendwann dann auch mit der Lydia-Gemeinde. „Das Wohnungslosen-Café hat immer noch nicht hingehauen, aber ich bin jetzt Prädikantin”, erzählt Christina Ernst schmunzelnd.
Für sie war Kirche immer ein besonderer Ort: „Ich habe die Aufgaben der Kirche immer als sehr wesentlich empfunden, außerdem kann Kirche, wenn sie will, ein großer Treffpunkt für verschiedene Menschen sein”, findet die frisch gebackene Prädikantin.
Nun hofft Christina Ernst, mit ihrer neuen Aufgabe die Kirche auch weiterentwickeln zu können – und das tut sie bereits, denn Christina Ernst ist in Westfalen ein Novum: Die 61-Jährige ist die erste Trans-Person in diesem Amt. In ihrer Lydia-Gemeinde hat damit aber keine*r ein Problem: „Für alle war und bin ich schon immer Christina gewesen“, so Ernst. Auch grundsätzlich schätzt sie die Gemeinde sehr, denn „dort kommt es gut an, wie ich bin, was ich denke und wie ich mit Menschen umgehe“.
Am meisten freut sie sich darauf, als Prädikantin die Kulturgottesdienste in der Pauluskirche zu halten und mitzugestalten. Aber auch sich persönlich möchte sie mit ihrer neuen Aufgabe weiterentwickeln, denn „ich finde, Kirche kann Menschen einen Raum geben, sich zu entwickeln und sich zu entfalten“.
Quelle: Stephan Schütze