Er wird der Höhepunkt des Festjahres zum Reformationsjubiläum: der Reformationstag 2017, ein Tag, der in diesem Jahr in ganz Deutschland offizieller Feiertag ist. Im Ruhrgebiet wollen zahlreiche Kirchen die Bedeutung des Tages weithin sichtbar machen. In den Abendstunden werden Kirchtürme und Kirchenschiffe auf außergewöhnliche Weise illuminert. Großflächig sollen darauf mit weißem Licht künstlerisch gestaltete Worte, Sätze und Symbole projiziert werden. ‚Erleuchtet‘ ist der Name des Projekts. Mit 15 der insgesamt 47 beteiligten Kirchen stellt Dortmund den größten Anteil an erleuchteten Gotteshäusern.
Wenn der Reformator Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine Thesen an eine Kirchentür genagelt hat – so jedenfalls wird es überliefert -, dann werden 500 Jahre danach aktuelle Gedanken zu Glauben und Reformation mit moderner Lichttechnik an die Kirchen projiziert., „Im Mittelpunkt steht selbstverständlich, wie bei Luther und seinem reformatorischen Wirken üblich, das Wort“, sagt Ulf Schlüter, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Dortmund. „‘Erleuchtet‘ rückt das Wort sichtbar in den Raum der Stadt. Das ist eine großartige Art und Weise, ein halbes Jahrtausend nach Luthers Thesen auf wesentliche Kernideen der Reformation aufmerksam zu machen, die uns bis heute beschäftigen.“ Die Kirchen-Kunstaktion verspricht ein ganz besonderes Ereignis für Dortmund zu werden. „Das Projekt ‚Erleuchtet‘ ist für das Fest des Reformationsjubiläums ein Highlight im wahrsten Sinne“, ist Ulf Schlüter überzeugt.
Entstanden ist ‚Erleuchtet‘ als Gemeinschaftsprojekt der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe und mehrerer evangelischer Kirchenkreise. Die Wort-Lichtinstallationen wurden an jeder Kirche individuell entworfen. Sie sollen einerseits die historischen Kirch-Bauten in den Blick rücken, andererseits liefern sie Anregungen zum Nachdenken, zu Innehalten und Gespräch.
Mit dabei bei der besonderen Aktion zum Reformationsjubiläum sind in Dortmund auch zwei katholische Kirchen, die damit ein Zeichen für das gute ökumenische Miteinander in der Stadt setzen.
Parallel zur Illumination der Kirchen, die spätestens gegen 19 Uhr beginnt und bis 23 Uhr zu sehen ist, laden die Gemeinden zu unterschiedlichen Veranstaltungen ein. Die Bandbreite reicht von Konzerten über Lesungen oder Kirchenführungen bis hin zu Podiumsdiskussionen über Themen, die die ‚Freiheit eines Christenmenschen‘, wie sie Luther postuliert hat, und andere gesellschaftliche Fragen berühren. Mancherorts bitten Gemeinden zum abendlichen Gottesdienst, es gibt einen mittelalterlichen Markt und vieles mehr.
Der Dortmunder Superintendent betont das außerordentliche Engagement, mit dem zahlreiche Haupt- und Ehrenamtliche in den einzelnen Gemeinden den Tag vorbereitet haben. „Ohne den Einsatz und die Kreativität vieler Menschen vor Ort hätten wir diese wunderbare Projektidee nicht Realität werden lassen können“, weiß Ulf Schlüter.
Grafisch umgesetzt hat die Idee die Münchner Künstlerin Inka Kardys. Mit der technischen Unterstützung einer Spezialfirma für Veranstaltungstechnik aus Kamen gestalten sie und die einladenden Kirchengemeinden die weithin sichtbaren Lichtzeichen zum Reformationsjubiläum, an das Kirchen in ganz Deutschland ein Jahr lang in zahlreichen Gottesdiensten und Veranstaltungen erinnert haben.
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