„… durch das Band des Friedens“

Über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg engagieren sich Frauen beim jährlichen Weltgebetstag (WGT) dafür, dass Mädchen und Frauen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. So entstand die größte Basisbewegung christlicher Frauen weltweit. Allein in Deutschland nehmen jedes Mal rund 800.000 Menschen am Weltgebetstag teil.

In jedem Jahr stellen Frauen aus einem anderen Land das Material dafür zusammen. Zum Weltgebetstag 2024 kommt es aus Palästina: Unter dem Motto „… durch das Band des Friedens“ werden am Freitag, 1. März, unzählige ökumenische Gottesdienste begangen. Die Texte und Gebete wurden von christlichen Frauen aus Palästina vorbereitet – und zwar lange bevor am 7. Oktober 2023 die Hamas zivile Menschen in Israel ermordeten, verschleppten, quälten. Das führte zu einem Krieg, dessen Ausmaße für viele Gemeinden bei der Vorbereitung nicht abzusehen waren.

Auch das Evangelische Bildungswerk Dortmund hat in diesem Jahr wieder viele Frauen auf den Weltgebetstag vorbereitet und sich in den Schulungen auch mit der Historie für den lang anhaltenden Konflikt im Nahen Osten beschäftigt. „Weltgebetstag bedeutet, die Stimmen der Frauen aus dem aktuellen WGT-Land hörbar machen, ihnen in geschwisterlicher Solidarität zuhören und ihre Botschaft respektieren“, sagt Pfarrerin Christel Schürmann vom Bildungswerk-Team. „In diesem Jahr ist unsere doppelte Solidarität gefragt – mit den Palästinenserinnen ebenso wie mit den Jüdinnen. Es wurde viel diskutiert in den Schulungen. Es gibt eben nicht die eine Lösung, und das muss man aushalten.“

Angesichts der dramatischen Ereignisse in Israel und Palästina haben der deutsche WGT-Vorstand und das Komitee im Januar eine aktualisierte Version der Gottesdienstordnung erarbeitet und verschickt, die bundesweit als Grundlage der Gottesdienste zum Weltgebetstag am 1. Freitag im März gilt. Auch das Plakat, Postkarten und Einladungsflyer mit dem Motiv einer jungen palästinensischen Künstlerin wurden geändert, da der Vorwurf, sie sei Hamas-freundlich, nicht ausgeräumt werden konnte. Damit trägt das Komitee des Weltgebetstages der Frauen einer zunehmend polarisierten Diskussion zum Nahostkonflikt in Deutschland Rechnung.

Die neue Fassung sei keine Zensur, sondern als Kontextualisierung für die spezielle deutsche Situation völlig im Einklang mit den internationalen Richtlinien, betont die katholische Vorstandsvorsitzende des WGT, Ulrike Göken-Huismann, das palästinensische und das internationale WGT-Komitee seien informiert. „Wir hoffen, dass viele Menschen bei uns durch diese aktualisierte Gottesdienstordnung die schwierige Situation unserer palästinensischen Geschwister besser verstehen, aber auch die Friedenssehnsucht in der gesamten Region.“ Nachzulesen sind die Änderungen auf www.weltgebetstag.de.