Ein echtes Erfolgsmodell

17.03.2026

Sechstes Interreligiöses Frauenmahl mit 100 Beteiligten

Zu einem Erfolgsmodell hat sich das „Interreligiöse Frauenmahl“ entwickelt, zu dem alljährlich Musliminnen, Jüdinnen und Christinnen gemeinsam einladen. Etwa 100 Frauen besuchten im März das sechste Mahl. Erst mal fand es in der Evangelischen Kirchengemeinde Wellinghofen statt. „In Krisenzeiten wie diesen ist der gegenseitige Austausch wichtiger denn je“, betonte Annette Back, Pfarrerin der gastgebenden Gemeinde.

Zum Thema „Gebet“ stellten Referentinnen aus den drei abrahamitischen Religionen ihren Zugang dazu dar: ob es um das Gebet als eine der fünf Säulen im Islam geht, von der Referentin augenzwinkernd als „Me-Time“ bezeichnet, oder um die besondere Nähe zu Gott, die im Judentum vor allem den Frauen zukommt. Martina Espelöer, Pfarrerin im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund, begann mit einer humoristischen Szene aus dem „Doppelten Lottchen“ von Erich Kästner. Im Christentum sei das persönliche Gebet oft schambesetzt, erklärte sie weiter. Dabei sei dieser Moment des Innehaltens besonders wichtig für den Glauben und für das eigene Leben.

Dass das Thema „Gebet“ einen zentralen Nerv getroffen hat, zeigte sich darin, dass viele Frauen aus dem Publikum ihre persönlichen Erfahrungen teilten. Die Konzertpianistin Margarita Feinstein spielte Stücke aus verschiedenen Kulturen.

Mit dem Sonnenuntergang um 18.40 Uhr begann das Fastenbrechen. Bei einem überwiegend vegetarischen Festmahl tauschten sich die Teilnehmerinnen weiter aus. Zubereitet hatte die Mahlzeit Sophia e. V., dieses Mal unterstützt von zwei syrischen Köchinnen. Weiter beteiligt waren das Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund, die Jüdische Kultusgemeinde Dortmund, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit sowie die evangelischen Kirchengemeinden Wellinghofen und Noah.

Anne-Kathrin Koppetsch