Eine Delegation des Ev. Kirchenkreises besuchte im Februar die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Geflüchtete in Aplerbeck
Von Erik Benger
Ziel des Besuchs war es, die Einrichtung kennenzulernen, Eindrücke aus dem Alltag zu gewinnen und zugleich ein Zeichen der Solidarität mit den dort lebenden Menschen und den Mitarbeitenden zu setzen.
Pfarrer Friedrich Stiller, Synodalbeauftragter für Flucht und Leiter des Referats Gesellschaftliche Verantwortung des Kirchenkreises, betonte die Bedeutung des Besuchs: „Wir wollen heute einen Einblick in die ZUE bekommen, aber nicht nur, denn dieser Besuch soll auch zeigen, dass wir (die anwesenden Einrichtungen) uns für Flüchtlinge und die zugehörigen Einrichtungen einsetzen.“
Die Einrichtung ist ausgelegt auf eine Kapazität von bis zu 350 Personen. Derzeit ist diese aber nicht vollständig ausgelastet. Die Unterbringung erfolgt in Mehrbettzimmern.
Ein zentraler Ort der Begegnung ist der gemeinschaftlich genutzte Freizeitbereich. Dieser verfügt unter anderem über einen Kicker, eine Tischtennisplatte, einen Billardtisch und weitere Sitzmöglichkeiten. Außerdem gibt es eine Fernsehecke, die vor allem zur Sprachförderung genutzt wird, sowie eine Sportecke. Besonders in den Abendstunden wird der Raum stark besucht. In den Sommermonaten finden zusätzlich Aktivitäten im Außenbereich statt.
Die Verpflegung der Bewohner*innen erfolgt in der Kantine. Es gibt täglich Frühstück, Mittag- und Abendessen. Zur medizinischen Versorgung gehört eine Sanitätsstation, in der zweimal wöchentlich ein Arzt Sprechstunden anbietet. Zudem stehen Isolationszimmer bei ansteckenden Erkrankungen zur Verfügung.
Zusätzlich hat die Einrichtung auch einen Kindergarten, der montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr geöffnet ist. Denn viele Bewohner*innen sind bereits berufstätig. Dafür arbeitet die ZUE mit einer Arbeitsvermittlung zusammen.
Der Stadtteil Aplerbeck gilt als offen, wie Paul Stamm vom Verein Aplerbecker Flüchtlingshilfe betont. Der Verein ist mit acht Lehrkräften vor Ort aktiv, doch Stamm macht deutlich: „Der Bedarf ist höher, als wir anbieten können.“ Zertifikate können im Rahmen des Unterrichts zwar nicht ausgestellt werden, dafür sind andere Sprachkurse notwendig, dennoch sind diese enorm wichtig. In Landesunterkünften besteht keine Schulpflicht, gleichwohl gibt es musik-, kunst- und sportpädagogische Angebote. Derzeit wird versucht, einen schulnahen Unterricht für Kinder im schulpflichtigen Alter zu etablieren.
Superintendentin Heike Proske unterstrich zum Abschluss die Motivation des Kirchenkreises: „Wir sind hier, um auch zu schauen, was wir als Kirche tun können.“
Bild: Erik Benger