Gemeinsam unterwegs

27.03.2026

Ökumenischer Gottesdienst auf den Hörder Friedhöfen

Am fünften Passionssonntag 2026 versammelten sich Gläubige der in Hörde ansässigen christlichen Gemeinden zu einem gemeinsamen Gottesdienst auf den Hörder Friedhöfen „Am Ölpfad“. Der Leitgedanke des Wandergottesdienstes: Gemeinsam Gehen. Frieden suchen. Leben finden.

Die Evangelische, die Evangelisch-methodistische, die Neuapostolische und die Römisch-Katholische Kirche in Hörde hatten zur Teilnahme aufgerufen. Mehr als 60 Gläubige versammelten sich am Sonntagmorgen um 11.30 Uhr am Glockenturm auf dem evangelischen Teil des Friedhofs. Der Gottesdienst endete in der Kapelle der katholischen Kirchengemeinde St. Clara im unteren Teil des großen Friedhofsgeländes. Der Weg über die Friedhöfe führte zu fünf Stationen, die jeweils zum Einhalt einluden. Kurze Ansprachen beschäftigten sich mit den Themen des Leitgedankens.

Die Vision des Propheten

Als biblische Grundlage begleitete die Vision des Propheten Ezechiel (Ez 37,1–14) den Gottesdienst – ein eindrucksvolles Bild für neues Leben durch Gottes Geist. Gero Waßweiler, Pastor der Evangelisch-methodistischen Gemeinde, eröffnete den Gottesdienst im Namen des dreieinigen Gottes, trug den Bibeltext vor, sprach ein Gebet und stimmte gemeinsam mit den Teilnehmenden das Lied „Komm her, freu dich mit uns“ an.

Neues Leben durch Gottes Geist

An den folgenden Stationen legten Thomas Müller (Prädikant der Evangelischen Kirchengemeinde Hörde) und Ilona Hessel (Katholische Kirche in Hörde) den Ezechiel-Text aus. Bei den Kriegsgräbern wurde deutlich, wie zerbrechlich Frieden ist – und dass wahrer Frieden aus Gottes Geist erwächst. An der Engelskulptur stand die Hoffnung im Mittelpunkt, dass Gott auch aus Hoffnungslosigkeit neues Leben entstehen lässt. Das Bild der „ausgetrockneten Gebeine“ wurde dabei als Ausdruck einer oft erschöpften und suchenden Spiritualität gedeutet. Gottes Geist schenkt auch heute neue Zuversicht und Hoffnung.

Gemeinschaft als Kraftquelle

An der dritten Station, an Bank und Brunnen, wurde die Gemeinschaft als Kraftquelle erfahrbar. Sven Laube (Gemeindereferent der Katholischen Kirche am Phoenixsee, Pfarrei St. Clara) betonte, dass Gott besonders im gemeinsamen Unterwegssein erfahrbar wird.

Fürbitten und Vaterunser

Die vierte Station bot einen weiten Blick auf ein großes Kreuz auf einem Hügel. Es verwies auf Christus als Weg, Frieden und Leben. Mitglieder der neuapostolischen Gemeinde trugen Fürbitten vor – für Menschen auf der Suche nach Sicherheit, Heimat und Zukunft, für Frieden in Familien, Gemeinden und der Welt sowie für Trauernde. Dominik Alpers (Neuapostolische Kirche Dortmund) fasste die Bitten zusammen und erinnerte daran, dass Christus unsere Wege begleitet, Frieden schenkt und Leben verheißt, das stärker ist als der Tod. An den Urnenstelen wurde die Gemeinschaft der Glaubenden über Konfessionen, Generationen und Grenzen hinweg betont. Gemeinsam beteten alle das Vaterunser.

Schluss und Segen

In der Friedhofskapelle fasste Thomas Ackermann (Gemeindevorsteher der neuapostolischen Gemeinde Hörde) die Eindrücke des Gottesdienstes mit den Worten Jesu aus dem Johannesevangelium zusammen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Der gemeinsame Weg über den Friedhof wurde so zum Sinnbild des Lebens – mit Höhen und Tiefen, aber getragen von Gottes Begleitung. Er schenkt Frieden, ruft zur Versöhnung und eröffnet Hoffnung über den Tod hinaus. Der Gottesdienst endete mit Gebet, Gesang und dem Segen für den weiteren Lebensweg. Beim anschließenden Beisammensein mit Laugenstangen und Getränken nutzten viele Teilnehmende die Gelegenheit zum Austausch. Als Zeichen der nahenden Osterzeit konnten Osterglocken mit nach Hause genommen werden.