Seit einem Jahr erlebt Jens Benedict Prögler Gemeindealltag in der Christus-Kirchengemeinde Dortmund
Von Erik Benger
Es ist ein sonniger Tag rund um die Bartholomäus-Kirche in Lütgendortmund. Die Vögel zwitschern und Frühlingsgefühle liegen in der Luft. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das Gemeindehaus der Christus-Kirchengemeinde Dortmund. Die Eingangstür wird von der prallen Frühlingssonne angeleuchtet, als würde sie sagen: „Tretet ein!“ Plötzlich öffnet sich die Tür und eine Person mit langen Haaren und einem breitem Lächeln steckt ihren Kopf hindurch. Es ist Jens Benedict Prögler, Vikar in der Christus-Kirchengemeinde.
Sein Vikariat hatte Jens im April des vergangenen Jahres angefangen. Dafür zog er extra nach Lütgendortmund, in die Nähe des Gemeindehauses der Christus-Kirchengemeinde. Auf den ersten Blick, da ist sich der 31-Jährige sicher, würde man ihn eher nicht für einen Vikar, bzw. einen Pfarrer halten. „Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich irgendwann mal diesen Weg einschlagen würde“, sagt Jens.
Bild: Erik BengerBild: Erik Benger
Zum Theologiestudium hat ihn vor allem eine große Leidenschaft bewegt: die Philosophie. „Platon, der war mir damals so viel wichtiger als jegliche biblischen Schriften“, gesteht Jens. Neben der Philosophie war aber auch sein Interesse für Religionswissenschaft ein Wegbereiter für das Theologiestudium. Im Studium selbst habe ihn dann neben der Philosophie vor allem auch die praktische Theologie im Bereich Psychologie und Pädagogik interessiert.
Nachdem sich der theoretische Part dann dem Ende neigte, war es an der Zeit, die große Frage zu beantworten: Wo mache ich mein Vikariat? Für Jens Benedict Prögler kamen nicht viele Orte infrage, da er möglichst in der Nähe seiner Heimat Haltern am See bleiben wollte. Seine Wahl fiel auf Lütgendortmund. Nach einem ersten Gesprächstermin mit seinem jetzigen Mentor David Raasch war dann schnell klar: Er möchte bleiben, hier in der Christus-Kirchengemeinde. In seinen Augen hätte es ihn mit David als Mentor nicht besser treffen können. „Also meine Kollegen meinten, als sie uns beide sahen: Wir sind uns so ähnlich, das wäre wie bei einem Hund, der sich dem Herrchen anpasst“, erzählt Jens und fügt hinzu: „Ich bin, glaube ich, der glücklichste Vikar von allen.“
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Am meisten begeistert ihn an seiner Tätigkeit die Arbeit mit Menschen. Für ihn besitzt eine Pfarrperson einen besonderen Zugang zu Menschen, da man diese in allen Lebenslagen begleitet. Sowohl in den schönen Momenten wie z. B. bei einer Hochzeit, aber auch in Momenten schwerster Trauer. Auch ihm selbst hat seine Tätigkeit geholfen, „ich bin ein introvertierter Mensch gewesen, aber durch diesen Job, durch diese Gemeinschaft bin ich in kurzer Zeit aufgetaut“, so Jens.
In der Gemeinschaft sieht Jens auch das Fundament der Kirche. Für ihn bedeutet dies Zusammenkommen, Zusammenhalten und füreinander Dasein. Er ist sehr dankbar, in der Christus-Kirchengemeinde seine praktische Ausbildung machen zu können und hofft dort noch viel zu lernen. Im September nächsten Jahres ist dann sein Vikariat beendet und er ist Pfarrer, wenn auch erst auf Probe.
Die Sonne steht nicht mehr so hoch, hat aber noch nichts von ihrer Kraft verloren und auch die Vögel singen weiter um die Wette. Die Eingangstür des Gemeindehauses wird weiterhin von der Frühlingssonne angestrahlt und davor steht Jens Benedict Prögler und schaut mit geschlossenen Augen in den Himmel. Worüber er wohl nachdenkt?