54 Schlafsäcke im Wert von insgesamt 1.707 Euro haben Inhaftierte und Mitarbeitende der Justizvollzugsanstalt Dortmund im März an die Wohnungslosenhilfe der Diakonie übergeben. Die späte Kältewelle hatte die JVA und ihre derzeit 320 Insassen bewogen, wohnungslosen Menschen in Dortmund zu helfen.
„Einige der hier untergebrachten Männer haben schließlich ebenfalls einen Lebensabschnitt auf der Straße verbracht und wissen um die Gefahr und die Nöte der Menschen ohne Wohnung“, berichtete Anstaltsleiter Ralf Bothge, der bei der Übergabe der Schlafsäcke an die Dortmunder Diakonie dabei war. So fiel der Spendenaufruf, den Sozialdienst-Leiter Christian Schreier und Gefängnis-Seelsorgerin Barbara Pense initiiert hatten, innerhalb der JVA auf fruchtbaren Boden. „Uns hat eine Welle der Hilfsbereitschaft erreicht. Natürlich verfügen Inhaftierte nicht über viel Geld, aber viele haben sich innerhalb ihrer Möglichkeiten beteiligt“, berichtet Pfarrerin Barbara Pense. „Wir hatten 50 Cent pro Spender vorgeschlagen, am Ende betrug die höchste Einzelspende 80 Euro.
An der Spendenaktion beteiligten sich auch viele der 200 Bediensteten in der Justizvollzugsanstalt. 1.707 Euro sind so zusammengekommen, wofür die JVA 44 Schlafsäcke gekauft hat. Zehn weitere gab es von der Hammer-Schlafsackfabrik kostenlos obendrauf. Gefängnis-Seelsorgerin Barbara Pense: „An fast jeder Haftraumtür sind wir auf großen Zuspruch gestoßen, die große Anteilnahme hat uns sehr berührt.“ Mit der Spende komme nicht nur die Hilfsbereitschaft aus der JVA zum Ausdruck, sondern auch das kritische Bewusstsein, dass Wohnungslosigkeit gemeinsame Lösungen in der Gesellschaft brauche, wertet die Pfarrerin den großen Zuspruch zu ihrer Initiative.
DW/red
BU: Sie freuen sich über die große Hilfsbereitschaft der Inhaftierten: (v.li.) Gefängnis-Pfarrerin Barbara Pense, JVA-Sozialdienst-Leiter Christian Schreier, JVA-Leiter Ralf Bothge und Thomas Bohne, Leiter der ambulanten Wohnungslosenhilfe der Diakonie in Dortmund.
Foto: Diakonie