Ein Wohnhaus und ein größerer Kindergarten auf dem Gelände
Weil es für Nicht-Gemeindemitglieder verwirrend ist, vorab eine kurze Erklärung: Die Jakobuskirche steht im Apostelbezirk und dieser gehört zur großen Reinoldi-Kirchengemeinde in Dortmund. Die Jakobuskirche ist seit dem 31. Dezember nun entwidmet, Pfarrer Giesler bleibt aber weiterhin Ansprechpartner im Bezirk. Trauungen, Taufen, Beerdigungen und weitere Gottesdienste werden jetzt in der Heliand- oder der Melanchthon-Kirche gefeiert, die ebenfalls zur Reinoldi-Gemeinde gehören. Dort wird Jens Giesler eng mit seinen Kolleginnen, den Pfarrerinnen Christine Dahms und Ronja Schönberg zusammenarbeiten. Die Bezirke wachsen also noch enger zusammen.
Eine Veränderung, die ein trauriger Abschied ist, und doch gleichzeitig Türen öffnet und neue Kontakte ermöglicht. Viele sind auch erleichtert, dass die Jakobuskirche nicht abgerissen oder zu einem Wohnhaus umgebaut wird. Sie wird vom benachbarten Kindergarten mitgenutzt. Durchaus auch für Feste oder zum Turnen. Aktives Gemeindeleben eben.
„Weniger Besucher als in den anderen Kirchen“
Zum Hintergrund: Die Reinoldi-Kirchengemeinde ist in den vergangenen Jahren, wie viele andere auch, enorm geschrumpft. Von 17.000 Gemeindemitgliedern im Jahr 2007 auf jetzt 10.000. Deshalb sollte eines der Gotteshäuser geschlossen werden. „Es gab eine Analyse, welches Gebäude von wem, wann und wie genutzt wird“, sagt Pfarrer Jens Giesler. „Und dabei kam heraus: In der Jakobuskirche finden zwar viele unterschiedliche Gottesdienste und andere Feste und Veranstaltungen statt, wir hatten aber doch etwas weniger Besucher als die anderen beiden Kirchen. Das Nutzungsverhalten war also der ausschlaggebende Punkt.“
Das Gebäude ist nun ins Treuhandvermögen des Kirchenkreises übergegangen, und auch der Jakobus-Gemeindekindergarten ist eine Kindertageseinrichtung des Kirchenkreises geworden. Pfarrer Giesler und das Presbyterium finden es sinnvoll, dass anstelle des Gemeindehauses und des in die Jahre gekommenen Kindergartens nun ein deutlich größeres Kita-Gebäude mit einem neu gestalteten Außengelände entstehen soll. Flächen werden entsiegelt und alles modern und grün, hell und freundlich. Außerdem baut ein Investor auf dem großen Areal ein Haus mit einigen Wohnungen. „Alles in allem eine Bereicherung und ein Gewinn für die Menschen im Bezirk“, sagt Jens Giesler. „Auch wenn eine Entwidmung natürlich immer ein schwerer Schlag für einen Pfarrer ist.“
„Alles in allem auch ein Gewinn für die Menschen im Bezirk“
In diesen Wochen schauen Jens Giesler und das Presbyterium alles durch, was sich noch in der Kirche befindet. Sie entscheiden, welche Gegenstände an die anderen Kirchengemeinden gehen und welche bleiben.
Von einer ganz besonderen Glocke des vierstimmigen Geläuts verabschiedet sich die Jakobusgemeinde schweren Herzens: Von der alten Glocke aus Pommern aus dem Jahr 1648. Sie soll zurück in ihre alte Heimat und dort wieder ihren Dienst aufnehmen, möglichst in einer anderen Kirche wieder schlagen.
Und so hoffen Jens Giesler und die Presbyter und Presbyterinnen, dass auch ihre Herzen sowie die der Gemeindemitglieder demnächst in den neuen Räumen mit Freude schlagen werden und sie dabei auch das über 7000 Quadratmeter große Jakobus-Kirchengelände positiv wahrnehmen, auf dem jetzt neue Zeiten anbrechen.
Text: anhe
Quelle: Stephan Schütze