Jeder Mensch hat einen Namen

13.06.2021

Zahlreiche Menschen hatten sich auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund an der Aktion ‚Jeder Mensch hat einen Namen‘ beteiligt. Auf dem Platz der Alten Synagoge hatten sie die Namen der Menschen, die bis zu diesem Zeitpunkt auf der Flucht im Mittelmeer ertrunken waren, auf ein großes Transparent geschrieben. Zum Ende des Kirchentages wurde dieses Banner als mahnendes Zeichen am Kirchturm der Reinoldikirche hochgezogen.
Zwei Jahre danach erinnert die Stadtkirche St. Reinoldi an die Kirchentagsaktion. Zum Weltflüchtlingstag 2021 lädt sie vom 18. bis 20. Juni zu Veranstaltungen ein, um auf Leid und Verzweiflung von Geflüchteten aufmerksam zu machen.
35.597 Namen zählte das Transparent auf dem Kirchentag vor zwei Jahren. Mittlerweile sind es mehr als 44.000 Menschen, die bei ihrem Versuch, nach Europa zu fliehen, gestorben sind. Die meisten von ihnen, Männer, Frauen, Jugendliche, Kinder, Babys, ertranken im Mittelmeer. Noch immer ist keine Lösung für die Flüchtlingstragödie gefunden worden. Auf diesen Skandal und die erbärmliche Lage hunderttausender Menschen auf der Flucht will St. Reinoldi hinweisen.

  • Literarische Texte von Geflüchteten sind am Freitag, 18. Juni um 18 Uhr im Rahmen des Abendgebets in St. Reinoldi zu hören.
    Gebet und Lesung tragen den Titel: "Einen Fremden sollst du nicht bedrücken …" (aus dem 3. Buch Mose). Es lesen Autor*innen, die sich im Projekt "nid" (Neu in Deutschland – ein literarisches Demokratieprojekt, Bochum) engagieren. Stadtkirchenpfarrerin Susanne Karmeier gestaltet den liturgischen Rahmen, Mouaz Alsirieh (Fagott), Ari Masto (Gitarre) und Reinoldikantor Christian Drengk (Klavier) machen die Musik.
  • Ein Totengedenken findet am Samstag, 19. Juni zwischen 11 und 14 Uhr in St. Reinoldi statt.
    Unter dem Titel "Jeder Mensch hat einen Namen" werden Namen von Menschen verlesen, die auf der Flucht verstorben sind, sowie Ort und Umstände ihres Todes. Zu jeder halben Stunde gibt es einen Moment der Stille und des Innehaltens.
  • Gottesdienste zum Weltflüchtlingstag gibt es am Sonntag, 20. Juni in der Stadtkirche um 10 Uhr und um 11.30 Uhr.
    Sie stehen unter dem Motto aus dem Buch Ruth: „Wie kommt es, dass du so freundlich zu mir bist. Ich bin doch eine Fremde?“ Die Predigt hält Superintendent i.R. Paul-Gerhard Stamm, Liturgie Stadtkirchenpfarrerin Susanne Karmeier, Musik: Mouaz Alsirieh (Fagott) und Kantor Christian Drengk (Orgel und Klavier).
  • Auch am Samstag, 19. Juni, 13 Uhr ruft der Verein "SEEBRÜCKE" unter dem Titel "Menschenrechte sind #unverhandelbar!" zur Aktion "Namen schreiben" im Westpark auf. Anschließend, gegen 14.30 Uhr führt von dort der Demonstrationszug zur Abschlusskundgebung auf den Friedensplatz (ca. 15 Uhr).