Kirche und Diakonie setzen Zeichen für Demokratie

28.05.2026

Tag des Grundgesetzes – Fest der Demokratie auf dem Alten Markt

Das Diakonische Werk und der Arbeitskreis Christ*innen gegen Rechtsextremismus beteiligten sich am Fest der Demokratie des Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus. So setzten sie ein Zeichen, dass die Evangelische Kirche und ihr Wohlfahrtsverband aktiv eintreten für die Demokratie und ihre Grundlagen.

Pfarrer Friedrich Stiller vom Kirchenkreis, zugleich Sprecher des Arbeitskreises, betonte in seinem Eingangsstatement, dass die Demokratie keine Selbstverständlichkeit mehr sei. Sie brauche jetzt aktive Demokrat*innen.

Niels Back verwies für die Diakonie auf die Bedeutung des Art. 16 und den Schutz der Geflüchteten. Die Menschenwürde sei unteilbar, so der Geschäftsführer der Dortmunder Diakonie, und die Diakonie werde nicht nachlassen, dafür einzutreten.

Stiller trat dann später noch einmal auf und würdigte Art. 140 GG, der die besondere Rolle der Kirchen im Grundgesetz begründet. Dies sei Privileg und Verpflichtung zugleich. Darum setzen sich Kirche und Diakonie aktiv ein für die Demokratie, für soziale Gerechtigkeit und ein friedliches Miteinander der Religionen.

Buntes Demokratiefest auf dem Alten Markt

Anlass für die besondere Veranstaltung war der Geburtstag des Grundgesetzes, den Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erst kürzlich zum Ehrentag erhoben hatte. Der Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus hatte auf dem Alten Markt Bühne und Buden organisiert, mit einem kurzweiligen Programm und Mitmachangeboten. So setzte er mit der Vielfalt seiner 23 Mitgliedsorganisationen ein positives Zeichen für eine tolerante Gesellschaft.

Die Sprecher*innen des Arbeitskreises betonten die grundsätzliche Bedeutung des Artikels 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Demokratische Prozesse würden oft schwierig erscheinen und Kompromisse erfordern, aber trotz aller Kritik seien sie der Mühe wert, meinte Bärbel Sumagang vom DGB. „Sie bringen eine komplexe Gesellschaft erfolgreich voran. Darum lautet die Parole des Tages: Ja zur Menschenwürde! Ja zu den Menschenrechten! Ja zum Rechtsstaat! Ja zum Grundgesetz!“

Bürgermeister Norbert Schilff überbrachte die Grüße der Stadt Dortmund und betonte die Bedeutung des Grundgesetzes auch für die Demokratie in der Kommune. Weiter gab es aus vielen Mitgliedsverbänden jeweils kurze Würdigungen eines bestimmten Artikels des Grundgesetzes. So sprach die Rektorin der Fachhochschule, Tamara Appel, über die Wissenschaftsfreiheit in Artikel 5, und Parteivertreter*innen kommentierten Art. 21, der die besondere Rolle der Parteien festlegt.

Engagement vor Ort: „Bunte Hände für ein buntes Dortmund“

Die Christ*innen gegen Rechtsextremismus hatten auch beim Fest der Demokratie ihren Stand „Bunte Hände für ein buntes Dortmund“ an den Start gebracht, nicht so einfach, kurz nach einem vollen Einsatz bei DORTBUNT zwei Wochen vorher. Aber Sabine Fleiter, Barbara Joswig, Matthias von Westerholt und auch ein Geflüchteter aus einem abgeschlossenen Kirchenasyl zeigten Flagge. Inzwischen sind mehr als 30 Meter Banner mit bunten Händen zusammengekommen.

Der Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus, in dem der Kirchenkreis und das Diakonische Werk Mitglied sind, hat ein ansprechendes Fest der Demokratie organisiert. Kirche und Diakonie waren aktiv dabei.