Mit der Österlichen Hoffnung blickt die evangelische Kirche auf Möglichkeiten, ab dem 10. Mai wieder Gottesdienste in Dortmunder Kirchen feiern zu können. Dazu spricht die westfälische Präses Annette Kurschus in diesen Tagen mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten. Was die bundesweiten Beschlüsse vom gestrigen 15. April für Religionsgemeinschaften konkret bedeuten, wird auf Länderebene geregelt.
Die Kontakt-Beschränkungen, die Bundesregierung und Ministerpräsidenten gestern bis zum 3. Mai ausgedehnt haben, gelten ausdrücklich auch für Gottesdienste und Versammlungen an religiösen Orten. „Dafür haben wir Verständnis. Im Mittelpunkt muss momentan der Schutz von Leben und Gesundheit stehen, daran gibt es keinen Zweifel“, bekräftigt die Dortmunder Superintendentin Heike Proske.
„Das Bedauern hält sich in Grenzen, weil wir mit kleinen Schritten der Öffnung gerechnet haben“, so die Superintendentin „Wichtig ist, dass jetzt neben all der Kreativität mit virtuellen Angeboten und Seelsorge über Telefon geplant wird, wie wir bei künftigen Gottesdiensten Abstandsregeln und Hygiene-Vorschriften in unseren Kirchen und Gotteshäusern umsetzen können.“ Abstand zwischen Besucherinnen und Besuchern in Kirchen könne gewahrt werden. Auch über Alternativen, etwa mehrere Gottesdienste zu unterschiedlichen Uhrzeiten, werde nachgedacht, damit sich die Besuchendenzahlen im vertretbaren Rahmen hielten.
Wichtig würden zudem die Absprachen zwischen den Vertretern der Kirchen und des Bundeslandes in Bezug auf Beerdigungen sein. „Abschied von geliebten Menschen würdevoll nehmen zu können, ist ein großes Bedürfnis. Es liegt uns sehr am Herzen, hier schnell zu praktikablen und würdevollen Regelungen zu kommen“, sagt Heike Proske.
In den Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund müssen Menschen auch in den kommenden Wochen nicht auf den Kontakt untereinander, das gemeinsame Gebet oder geistlichen Zuspruch verzichten. Fast alle Gemeinden haben mittlerweile kreative Wege gefunden, um die Menschen in den Stadtteilen weiterhin zu erreichen. „Es ist beeindruckend, mit wieviel Einfallsreichtum und Engagement das Miteinander in den Gemeinden gepflegt und Gottes Wort miteinander geteilt wird, auch wenn ein direktes Zusammentreffen nicht möglich ist“, freut sich Heike Proske. Andachten, Gebete und Gottesdienste erreichten die Menschen online per Videostream oder Podcast, aber auch auf analogem Weg auf Postkarten oder übers Telefon.
Auf solche vielfältigen geistlichen Impulse dürften sich die Christinnen und Christen in Dortmund, Lünen und Selm auch in den kommenden Wochen freuen. „Außerdem werden wir weiter jeden Abend um halb acht läuten und miteinander, jeder an seinem Ort, beten“, bekräftigt die Superintendentin, „bis wir uns in den Gottesdiensten wiedersehen. Darauf freuen wir uns schon sehr.“