Labyrinth zur Mitte

18.03.2021

Die Passionszeit ist eine Zeit des Innehaltens und der Besinnung. Allein oder in Gemeinschaft denken Christinnen und Christen an die Leidenszeit Jesu und besinnen sich dabei auch auf sich selbst. Am Osterfest gelangen dann alle zu einer gemeinsamen Mitte, der Erlösung durch die Auferstehung.
Üblicherweise findet das Erleben der Passionszeit in den Kirchengemeinden Raum in Passionsandachten, Fastengruppen oder anderen gemeinsamen Aktionen. Doch solche Formen des Besinnens waren in diesem Jahr – pandemiebedingt – nicht möglich. Und so hat sich die Evangelische Kirchengemeinde Brechten eine Aktion ausgedacht, die Besucherinnen und Besucher unter freiem Himmel, allein und mit Abstand ausprobieren können: ein meditatives Labyrinth auf der Wiese des Brechtener Kirchplatzes. Aufgeschüttet wurde es dort, nachhaltig und umweltfreundlich, aus Rindenmulch.
Über die Karwoche und die Ostertage, noch bis zum 11. April, kann man das Labyrinth begehen. Wer in das Labyrinth einsteigt, findet dort in jedem Fall den Weg zu dessen Mitte. Das unterscheidet ein Labyrinth von einem Irrgarten. Schon in der frühen Zeit der Christen dienten Labyrinthe als Zeichen des Lebensweges. Alte Kirchen zeigen sie als Fußbodenmosaike, in Klostergärten finden sich Heckenlabyrinthe.
In einem Labyrinth bietet zwar nicht jeder Weg den kürzesten und direktesten Weg zum Ziel, immer aber endet der Weg in der Mitte. Wer sich auf den Weg einlässt, kann dabei Ruhe finden und hat zugleich die Sicherheit, richtig geführt zu werden.
„Während wir Menschen oft auf ein spezielles Ziel hinlaufen und dort so schnell und so einfach wie möglich hingelangen möchten, ist die Philosophie des Labyrinths anders: Der Weg ist das Ziel. Und wenn ich Umwege laufe, die mich scheinbar weiter weg vom Ziel führen, dann sind diese Umwege wichtige Lernprozesse auf meinem Weg“, erläutert Pfarrerin Monika Holthoff. Sie hatte die Ideen, auf dem Brechtener Kirchplatz das Labyrinth zu legen und auf diese Weise zu einem meditativen Weg einzuladen. „Jedes Labyrinth hat einen Weg hinein, ein Zentrum zum Verweilen und einen Weg hinaus“, so die Pfarrerin.
Am Rand des Brechtener Labyrinth finden Besucherinnen und Besucher eine Informationstafel, die Hintergründe und Gedanken zur Aktion aufzeigt. Zusätzlich ist jeweils am Donnerstag von 18 bis 19 Uhr die Kirche geöffnet, wo man in Gedanken und stillem Gebet seine Erfahrungen und Anstöße aus dem Labyrinth mit Gott teilen kann.

Infos auf der Internetseite der Ev. Kirchengemeinde Brechten