Mein Freiwilligendienst in Dortmund
Eine junge Frau aus dem Kongo erzählt von ihren Erfahrungen
Mein Name ist Espérance Mirindi, ich komme aus Goma, einer Stadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo in Zentralafrika.
Ich bin 26 Jahre alt und habe mein Jurastudium an der „Université Officielle de Bukavu“ (UOB) im Kongo abgeschlossen. Ich bin ein Mensch, der es liebt, viel zu singen, mit anderen Musik zu machen, Spaß mit meinen Lieben zu haben, neue Dinge zu lernen und die Sorgen anderer zu teilen. Ich bin ein aktives Mitglied der „Communauté baptiste au centre de l’Afrique (CBCA)“ im Kongo und jetzt eine Freiwillige der Vereinigten Evangelischen Mission im Rahmen des einjährigen Süd-Nord-Freiwilligenprogramms.
Ich lebe im Internationalen Volunteershouse in der Oberen Brinkstraße, wo ich mich gut und geborgen fühle und wo ich tolle Menschen kennengelernt habe, die heute wie meine Familie sind und mich immer „Dada yangu“ nennen, was auf Suaheli „meine Schwester“ bedeutet, eine der Sprachen, die ich spreche. Ich lebe dort mit anderen großartigen Freiwilligen aus Indonesien, aus dem Kongo und aus Argentinien zusammen.
Seit März 2021 mache ich meinen Freiwilligendienst in der Diakonie hier in Dortmund im Bereich der Obdachlosenhilfe. Dort versuche ich, dem Ziel der Diakonie zu folgen, Obdachlose zu unterstützen und zu begleiten, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Ich habe in meinem Freiwilligendienst in verschiedenen Abteilungen gearbeitet.
Begonnen habe ich meine ehrenamtliche Arbeit im Wichernhaus, wo ich viele tolle Menschen vom Arbeitskollegen bis zum Gast kennengelernt habe. Ich habe Speisen und Getränke an unsere obdachlosen Gäste serviert, mit ihnen gespielt und versucht, mit ihnen in Kontakt zu kommen. Dabei war es mir wichtig, ihnen ein Lächeln zu schenken, um sie zu trösten und ihnen zu helfen, sich trotz ihrer Lage besser und wohler zu fühlen.
Ich habe auch in der Kleiderkammer gearbeitet. Hier habe ich beim Austeilen von Kleidung, Schuhen und anderen Erste-Hilfe-Artikeln an unsere Besucher*nnen geholfen. Ich habe dort drei Monate gearbeitet und war sehr zufrieden mit der Arbeit, die ich dort zu erledigen hatte.
Daneben habe ich noch drei Monate bei der Bahnhofsmission gearbeitet, wo ich nicht nur für Obdachlose, sondern für alle Menschen da war, die Hilfe am Bahnhof benötigten. Zum Beispiel Hilfe beim Reisen, Unterstützung beim Ticketkauf, Ratschläge und Ähnliches, so wie es die Bahnhofsmission Dortmund seit mehr als einem Jahrhundert tut.
Seit Februar arbeite ich bei der Zentralen Beratungsstelle für wohnungslose Menschen. Hier helfe ich bei der Beratung, um den Ratsuchenden wichtige Informationen zu geben, die sie zum Beispiel benötigen, um Wohnungen und Arbeitsstellen zu finden.
Nun bin ich am Ende meines Freiwilligendienstes angekommen, und ich bin so dankbar für die Gelegenheit, die ich hatte, in einem fremden Land in einem interkulturellen Lernkontext meinen Dienst getan zu haben.
Ich bin den Menschen, mit denen ich zusammengelebt habe, dankbar, dass sie mehr als Mitbewohner*innen waren, sondern Freund*innen, Brüder und Schwestern, denen ich viel bedeute.
Auch die Arbeit mit Menschen, die in der Gesellschaft bedürftig sind, war eine großartige Erfahrung. Es war ein Privileg, mein Herz und meine Freude mit anderen zu teilen.
Ich sehe meinen Dienst als einen Weg an, Menschen in Not zu helfen, ein normales Leben wie jede andere Person zu führen. Letztlich ist es doch das, worum es im Glauben an Gott geht.
Ich freue mich, dass ich die Möglichkeit hatte, ein Jahr lang ehrenamtlich in Deutschland leben und arbeiten zu dürfen. Das Wichtigste, was ich aus diesem Jahr mitnehme, sind die reichen Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnisse, die ich gewonnen habe und ich freue mich darauf, sie mit anderen Menschen in meiner Kirchengemeinde und meinem Umfeld in der Demokratischen Republik Kongo zu teilen. Es war ein wertvoller Lebensabschnitt für mich.
Espérance Mirindi