Mit Schwung und Stolz ins Dortmunder Wahrzeichen

Sandra Sternke-Menne wird Pfarrerin der Stadtkirche St. Reinoldi

Sandra Sternke-Menne kann anpacken, sie sprüht vor Ideen und findet pragmatische Lösungen für Probleme. Das hat sie über viele Jahre hinweg als Pfarrerin der Ev. Kirchengemeinde Brackel bewiesen. Ihr Name steht für „Energie“. Aber jetzt muss und will (!) sie sich erst einmal in „Geduld“ üben und sich in ihren komplexen neuen Aufgabenbereich einarbeiten. Seit Anfang Oktober ist sie die geschäftsführende Pfarrerin der Stadtkirchenarbeit an St. Reinoldi. Ein besonders verantwortungsvoller Posten und eine Führungsposition. Sternke-Menne möchte erst einmal „mit den Menschen reden, die Kolleginnen und Kollegen kennenlernen, schauen, was läuft, sich einfühlen und wahrnehmen“. Die Pfarrerin lernt Netzwerkpartner kennen und tauscht sich regelmäßig mit den direkten Kolleginnen aus. Mit Pfarrerin Susanne Karmeier von St. Reinoldi und Christel Schürmann von der Stadtkirche St. Petri, die dort ebenfalls die geschäftsführende Pfarrerin ist.

St. Reinoldi und St. Petri rücken zusammen. Gemeinsam entwickeln sie schon seit Längerem ein Konzept für die Stadtkirchenarbeit, das künftig laufend weiterentwickelt und sich wandelnden Gegebenheiten anpassen wird. Auch St. Marien als älteste erhaltene Dortmunder Innenstadtkirche wird dabei mitgedacht, obwohl sie keinen ausgesprochenen „Stadtkirchen-Auftrag“ hat und sich auf das „Gemeindekirchen-Dasein“ konzentriert. In allen Innenstadtkirchen finden die Besucherinnen und Besucher kostbarste Kunstschätze. Aber nicht nur deshalb sind sie besondere Orte für die Menschen in der Stadt. Wer in der Innenstadt arbeitet, einkaufen geht, sich mit Freunden trifft, der nutzt oft die Gelegenheit, in den Kirchen eine Kerze anzuzünden. Viele Angebote, ob Konzerte, Gottesdienste oder Andachten, sind regelrecht auf dieses „passagere“ Publikum zugeschnitten. Die Besucher kommen, wenn es in ihren Ablauf passt, und nicht etwa „weil Sonntag“ ist.

Für Sandra Sternke-Menne ist die Reinoldikirche schon ihr Leben lang ein besonderer Ort. So war es in ihrer Kindheit bei Ausflügen in die Stadt selbstverständlich, dort eine Kerze anzuzünden. „Sie war außerdem eine der wenigen Kirchen, in denen das überhaupt möglich war“, erinnert sich die Pfarrerin. „Viele Kirchen waren tagsüber abgeschlossen. Reinoldi nie.“ 2017 hat sie dort zusammen mit weiteren Pfarrkolleginnen und -kollegen einen großen Festgottesdienst anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ gefeiert. „Dieser Tag ist tief in meiner gottesdienstlichen Biografie verankert. Auch deshalb ist es für mich ganz besonders, jetzt in der Reinoldikirche Dienst tun zu dürfen. Das macht mich ehrfürchtig.“

Sandra Sternke-Menne hat sich in den vergangenen Jahren zur Teamentwicklungs- und Personalcoachin fortgebildet. Sie stellt hohe Ansprüche an ihre Mitarbeitenden, aber vor allem an sich selbst. „Ich kenne mich aus mit Organisations- und Changemanagement, mit transformativen Prozessen allgemein. Ich bin keine Alleinkämpferin. Ich arbeite im Team, und alle, die an der Kirche arbeiten, sollen in ihrem Bereich gerne arbeiten. Ich muss wissen, was sie dazu brauchen, und sie unterstützen.“

Sandra Sternke-Menne ist im Dortmunder Osten groß geworden. Sie lebt mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn in Brackel. Neben ihrer Familie ist ihr u. a. Musik sehr wichtig, die sie schon durch ihr ganzes Leben begleitet. Sie hat lange Klavier gespielt und in mehreren Chören gesungen. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist Sandra Sternke-Menne in der Kirche des renommierten Bachchores und der klangvollen und kostbaren Orgeln genau richtig.

Am 11. Januar lädt die Reinoldikirche zum festlichen Einführungsgottesdienst für Pfarrerin Sandra Sternke-Menne ein.

Foto: privat

Pfarrerin Sandra Sternke-Menne