Nicht mehr „bedarfsgerecht“

24.09.2026

Evangelischer Kirchenkreis Dortmund schließt Kita Markus Gut-Heil-Straße zum 31. Juli 2027

Der Kreissynodalvorstand des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund hat in seiner Sitzung am 10. September 2026 beschlossen, den Betrieb der Evangelischen Kindertageseinrichtung Markus in der Gut-Heil-Straße zum 31. Juli 2027 einzustellen. Die Einrichtung gehört seit 2008 zur gemeinsamen Trägerschaft des Kirchenkreises und wird heute durch das Referat Kindertageseinrichtungen geführt.

Ausschlaggebend für die Entscheidung sind insbesondere aufsichtsrechtliche, bauliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Nach einer Überprüfung durch das zuständige Landesjugendamt erfüllt die Einrichtung die aktuellen gesetzlichen und baulichen Anforderungen für einen bedarfsgerechten Betrieb nicht mehr in vollem Umfang. Für das laufende Kindergartenjahr wurde deshalb bereits die Reduzierung des Betreuungsangebots von bisher zwei Gruppen auf eineinhalb Gruppen angeordnet.

Unter diesen Bedingungen sei aber ein langfristig stabiler und wirtschaftlich tragfähiger Betrieb der Einrichtung nicht mehr möglich, erklärt Christoph Müller, Leiter des Referates Kindertageseinrichtungen des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund: „Hinzu kommt ein erheblicher baulicher und energetischer Sanierungsbedarf des Gebäudes.“ Die notwendigen Investitionen stehen nach Einschätzung des Kirchenkreises nicht mehr in einem vertretbaren Verhältnis zur künftig deutlich reduzierten Nutzung. Zudem erschwert die Lage des Gebäudes auf dem Grundstück eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des Standorts.

Müller weiß um die Folgen für das Quartier und die schwierige Situation der Eltern: „Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Die Kita Markus Gut-Heil-Straße hat über viele Jahrzehnte hinweg engagierte und verlässliche Arbeit für Kinder und Familien im Stadtteil geleistet. Viele Generationen von Familien verbinden persönliche Erinnerungen mit dieser Einrichtung.“ Umso bedauerlicher sei es, dass die räumlichen, baulichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen einen langfristigen Betrieb nicht mehr zulassen. „Unser besonderer Dank gilt den Mitarbeitenden, die die Kita mit großem Engagement geprägt haben. Und für die betroffenen Familien werden wir den Übergang in andere Einrichtungen eng begleiten und gemeinsam nach guten Lösungen suchen.“

Pfarrerin Sandra Laker bedauert aus Sicht der Lydia-Kirchengemeinde die Entscheidung, blickt aber auch optimistisch in die Zukunft: „Der Markuskindergarten hat eine lange Geschichte und einen festen Platz im Stadtteil. Viele Generationen von Kindern und Familien sind mit dieser Einrichtung verbunden. Für die Mitarbeitenden, die Kinder und ihre Eltern wünsche ich gute Lösungen für den bevorstehenden Übergang. Zugleich hoffe ich, dass es gelingt, am Standort langfristig ein Modell mit Zukunft zu entwickeln.“

Der Evangelische Kirchenkreis Dortmund ist mit derzeit 71 Kindertageseinrichtungen einer der größten evangelischen Kita-Träger der Region. Für die von der Schließung betroffenen Kinder und ihre Familien sollen frühzeitig Perspektiven geschaffen werden. Zum Zeitpunkt der Schließung werden voraussichtlich noch 13 Kinder die Einrichtung besuchen. Für sie sollen gemeinsam mit den Familien und in Abstimmung mit den zuständigen Stellen Betreuungsangebote in umliegenden Kindertageseinrichtungen vermittelt werden. Bereits für das Kindergartenjahr 2026/2027 wurden keine neuen Kinder mehr aufgenommen, um den Übergang verantwortungsvoll gestalten zu können.

Auch für die acht Mitarbeitenden der Einrichtung gibt es Perspektiven innerhalb des Trägers. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht vorgesehen. Die Beschäftigten sollen in anderen Einrichtungen des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund eingesetzt werden.

Der Evangelische Kirchenkreis Dortmund wird die Eltern der betroffenen Kinder am Mittwochabend im Rahmen einer Informationsveranstaltung umfassend über die Hintergründe der Entscheidung sowie die weiteren Schritte informieren. Ziel ist es, den Familien frühzeitig Planungssicherheit zu geben und sie bei der Suche nach einem neuen Betreuungsplatz zu unterstützen.

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