Schritt für Schritt zur neuen Orgel

15.03.2021
Ein Meilenstein für die lang ersehnte neue Orgel in der Dortmunder Stadtkirche St. Reinoldi war im vergangenen November gesetzt: die Chororgel, der kleinere von zwei Teilen der geplanten großen Orgelanlage, war im südlichen Seitenschiff der Kirche fertig installiert und intoniert, seitdem ist sie spielbereit und zeigt, welche Klangvielfalt die künftige Orgelmusik in St. Reinoldi bieten wird.
Seit Jahresbeginn geht jetzt der Bau an der Hauptorgel weiter, die an der Westseite unterhalb des Turms entstehen soll. Wer die Kirche betritt, dem fällt das große Staubschutzgerüst ins Auge, das Teile des hinteren Kirchenschiffes einnimmt. Dahinter werden in den kommenden Monaten die Arbeiten mit Hochdruck weitergehen. Die Kirche soll dennoch für Besucherinnen und Besucher offenbleiben, wenn auch mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Und auch Gottesdienste soll es in St. Reinoldi weiterhin geben, wenn der Corona-Schutz dies zulässt.
Die nächsten Aufgaben: Umfangreiche Bohrungen
Einige Bauphasen der kommenden Zeit lassen einen Besuch der Kirche allerdings kaum zu, schon gar nicht, wenn er zu Ruhe und Besinnung führen soll. Denn zu den nächsten Schritten des Orgelbaus gehören umfangreiche Bohrungen. Sie sollen eine spätere Verankerung der künftigen Pedaltürme in der Mauer gewährleisten. Die werden an den Seiten diejenigen Orgelpfeifen tragen, die vom Organisten mit den Pedalen bedient werden. Und auch für Leitungsschächte muss gebohrt werden. Darin werden künftig die elektrischen Leitungen verlaufen, die die Hauptorgel mit den Pedaltürmen verbinden. Auch in elektronischer Hinsicht wird die neue Orgelanlage auf höchstem, modernstem Niveau spielen.
Parallel wird im hinteren Bereich an neuen Verankerungen gearbeitet. Sie sollen den künftigen Treppenlauf sichern, denn die Empore, die den großen Spieltisch für die Hauptorgel tragen soll, braucht einen neuen eigenen Zugang. Schließlich muss an der Turmseite gleichzeitig etwas Beton an der Tür zum Turm herausgeschnitten werden.
Das alles, so der Plan, soll im März vollendet sein. Dann geht es an die Ausführungspläne für den Stahlbau, der letztlich die Orgel selbst in der Wand halten soll. Und auch der Boden für die Empore muss gebaut werden, ebenso deren Zugang und die Geländer. Das alles muss detailgenau vorbereitet und erstellt werden, um schließlich mit dem eigentlichen Einbau des Instruments beginnen zu können.
Hoffnung auf Weihnachten
Ende Juni schließlich, so die Hoffnung der beteiligten Gewerke, werden all die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Bis dann die Orgel erklingen kann, wird aber noch knapp ein halbes Jahr ins Land gehen. Solange nämlich wird es dauern, bis die Expert*innen der Orgelbaufirma Mühleisen die neue große Orgel intoniert haben. Die Pfeifen müssen im Kirchraum immer wieder aufeinander abgestimmt und nachjustiert werden, so dass sich die Stimmarbeiten über die Monate hinziehen.
Dann aber können sich die Dortmunderinnen und Dortmunder auf außergewöhnliche Klangerlebnisse freuen. Beide Orgeln, die Chor- und die Hauptorgel, werden dann gemeinsam gespielt werden können und sicherlich auch zahlreiche Musikbegeisterte aus anderen Regionen Deutschlands in die Reinoldikirche locken. Mit Glück und Zuversicht kann die neue Orgel zum kommenden Weihnachtsfest erklingen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die weiteren, sehr anspruchsvollen Bauphasen keine unliebsamen Überraschungen zutage bringen. Wer baut, muss auch dafür immer gewappnet sein.
ws
BU: Die Baustelle bleibt in der Stadtkirche St. Reinoldi noch einige Monate erhalten. Dann soll auch die Hauptorgel fertig sein.
Foto: Jan Heinze