Vorbereitungen aufs Tauf-Wochenende laufen auf Hochtouren

27.05.2022
Auf Wiesen, unter Bäumen – oder ganz klassisch in der Kirche: Die Orte, an denen am Pfingstwochenende in den Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund getauft wird, sind unterschiedlich und bunt gemischt. Was aber überall gleich sein dürfte: Die Familien der Täuflinge, die Gemeinden selbst und auch die Pfarrerinnen und Pfarrer sind froh, dass nach zwei Jahren Corona nun endlich wieder im größeren Stil getauft werden kann. Die Vorbereitungen für dieses besondere Wochenende, das in 16 Gemeinden unter dem Motto „Wunderbar gemacht“ steht, laufen auf Hochtouren…
Die Familien von 258 Täuflingen haben die Einladung der Kirchengemeinden in Dortmund, Lünen und Selm angenommen und lassen ihre Kinder am Pfingstsonntag, 5. Juni, oder am Pfingstmontag in die christliche Gemeinschaft aufnehmen. „Darunter sind zum Beispiel Familien, die wegen der Corona-Beschränkungen die Taufe ihres Kindes bislang verschoben hatten“, weiß Diana Westermann vom Kirchenkreis, die die Gemeinden gemeinsam mit einem engagierten „Arbeitskreis Tauffest“ bei den Vorbereitungen unterstützt hat. Ein großes Fest mit vielen Gästen passt eben nicht in Pandemie-Zeiten.
Dabei ist die Taufe vielleicht das Familienfest schlechthin. Dazu ein Klischee: Im Garten des freistehenden Hauses spielen ausgelassen die älteren Geschwister und Cousinen, an der langen, gedeckten Kaffeetafel unter den blühenden Obstbäumen sitzt zufrieden die Großfamilie, deren Mitglieder auf das fröhlich glucksende Kleinkind im weißen Kleidchen blicken. Doch so idyllisch wie in Bullerbü ist die Realität selten. Mietwohnungen mit kleinem Balkon, Patchwork-Familien oder Alleinerziehende, die nicht wissen, wie sie vom Lohn ein Fest ausrichten sollen: Manche Taufe scheitert nicht am Glauben, sondern an den Rahmenbedingungen.
„Coronabedingt gab es einen regelrechten Tauf-Stau“, erinnert sich Diana Westermann rückblickend daran, wie die Idee zu den größeren Tauffesten entstand. Viele Gemeinden ließen sich gern darauf ein, durch gemeinsame Einladungen, und vor allem durch das gemeinsame Motto „Wunderbar gemacht“ nicht nur Arbeit zu sparen, sondern auch Zusammengehörigkeit zum Ausdruck zu bringen. Der Kirchenkreis steuert für jeden Täufling ein Geschenk bei – und sorgte im Vorfeld dafür, dass über Anzeigen auch Menschen von diesem Angebot erfuhren, die kirchlich nicht so stark angebunden sind.
Das Ambiente der Feiern wird je nach Ort festlich oder rustikal, auf jeden Fall fröhlich, und bei hoffentlich schönem Wetter für alle Beteiligten ein unvergessliches Ereignis. In fast allen Gemeinden wird Kaffee und Kuchen serviert, in einigen sogar ein Mittagessen, anderswo gibt es ein Mitbring-Buffet. Manche Gemeinden bauen eine Hüpfburg auf; anderswo wird das Außengelände des Kindergartens aufgeschlossen. Selm feiert zusammen mit den katholischen Nachbarn ein ökumenisches Fest; im Dortmunder Süden laden die evangelischen Nachbarn Berghofen und Syburg gemeinsam ein.
„Das Tauffest in dieser Form findet so zum ersten Mal statt“, so Diana Westermann. „Wir sind total begeistert von der Resonanz; für viele Familien war das offensichtlich ein schöner Impuls zur richtigen Zeit.“
Nicole Schneidmüller-Gaiser

Weitere Informationen zu den einzelnen Tauf-Orten gibt es unter der Adresse