Mahnwache von Christ*innen gegen Rechtsextremismus gegen Angriffe der AfD auf Kirche
Trotz strömenden Regens versammelten sich 77 Menschen vor der Reinoldikirche zur diesjährigen Mahnwache von Christ*innen gegen Rechtsextremismus. Seit 2019 erinnert der Kirchenkreis so an die Dortmunder Bekenntnissynode vom 16. März 1934. Zugleich sollte die Veranstaltung dieses Mal auch ein klares Zeichen für Demokratie und Menschenwürde aussenden. Unter den Gästen fanden sich Menschen aus den Diensten und Gemeinden, aber auch bekannte Lokalpolitiker*innen.
Als Gastrednerin eingeladen war die neue Geschäftsführerin der DGB-Region Dortmund-Hellweg, Bärbel Sumagang, ein Signal, wie eng Kirche und Gewerkschaft in Dortmund in diesen Fragen zusammenstehen. Die Gewerkschafterin warnte vor einer Normalisierung der AfD und ihrer perfiden Masche, die Migrant*innen zum Sündenbock für alle Probleme zu machen. Vehement trat sie für ein Verbot der AfD ein, forderte mehr Engagement der Zivilgesellschaft in Dortmund und lobte den Einsatz der Evangelischen Kirche.
Christian Höfener Wolf, Pfarrer in Marten und Mitglied von Christen gegen Rechts, berichtete aus Oespel, wo das Banner des Arbeitskreises „Unser Kreuz hat keine Haken“ vor der Kirche immer wieder abgerissen oder beschädigt werde. Er erinnerte an die Attacken der AfD, als die Elias-Kirchengemeinde die Synodalerklärung gegen die AfD im Gemeindebrief veröffentlichte. Außerdem werde er auch persönlich angegangen. Die Gemeinde halte aber in jedem Fall Kurs, so der engagierte Seelsorger.
Friedrich Stiller, Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung und Sprecher des Arbeitskreises, schilderte weitere empörende Angriffe der AfD auf die Kirche. Sie vertrete gar nicht mehr den christlichen Glauben, sondern nur noch eine „Regenbogenideologie“, so die Partei. Bei der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird von der AfD eine Abschaffung der Kirchensteuer und die Bestrafung des Kirchenasyls gefordert. Die Kirche müsse diese Auseinandersetzung ernster nehmen, so der Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung, und sich auch theologisch damit auseinandersetzen. In diesem Zusammenhang hatte sich auch der Pfarrkonvent des Kirchenkreises Anfang März mit dem Thema Demokratie beschäftigt.
Als Vertreter der Theologischen Leitung war der stellvertretende Superintendent Michael Stache an der Veranstaltung beteiligt. Er sprach ein ermutigendes Gebet und den Schlusssegen. Großen Anteil am Erfolg der Veranstaltung hatte der Projekt-Gospelchor unter der Leitung von Jutta Timpe und Bettina Knorrek. Die Sängerinnen und Sänger, die teilweise eine Anreise bis aus Lünen auf sich genommen hatten, sorgten für Sonne in den Herzen trotz nasser Füße, besonders beim gemeinsam gesungenen Klassiker We shall overcome. (fs)
Bild: Mark Fäth
Bild: Mark Fäth
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