„Das Problem mit Stereotypen ist nicht, dass sie falsch sind, das Problem mit Stereotypen ist, dass sie unvollständig sind“, schreibt die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Adichie in ihrem Essay „The danger of a single story“. Welche Stereotype tauchen in unseren Köpfen auf, wenn wir an Afrika denken?
Unterentwicklung, Armut, Korruption? Oder Innovation, Kreativität und Start Ups? Welche Stereotype haben wir in Kirche und kirchlicher Partnerschaftsarbeit und wie gelingt uns eine Korrektur dieser Bilder? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die ökumenischen Partnerschaften im Kirchenkreis Dortmund seit vielen Jahren.
Auf Initiative des Bolengekreises, der die Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Bolenge in der Äquator-Region der Demokratischen Republik Kongo begleitet, startet nun ein Lesekreis. Gemeinsam soll ein Buch gelesen und besprochen werden.
Der Kreis freut sich, wenn zu diesem Lesekreis weitere Interessierte hinzukommen. Vorerfahrungen in Partnerschaftsarbeit oder Ökumene sind nicht erforderlich – ein Interesse am Lesen und Austauschen über Themen wie Entwicklungspolitik und Postwachsumsökonomie, Postkolonialismus und Transkulturalität wäre schön – oder einfach nur die Neugierde, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt.
Los geht es mit dem Buch „Afrotopia“ des Senegalesen Felwine Sarr. Der Sozialwissenschaftler Sarr ist Professor für Ökonomie an der L’Université Gaston Berger (UGB) in Saint-Louis im Senegal. In seinem Buch fordert Sarr eine Entkolonialisierung Afrikas, die „auch auf die Kolonialzeit zurückgehende Institutionen und Handelsbeziehungen überwindet.
Dabei verkennt er nicht die hausgemachten Probleme wie Misswirtschaft und Korruption. Doch könnten diese Probleme nur durch ein umfassenderes Verständnis ihrer Ursachen und nur durch die Afrikanerinnen und Afrikaner selbst gelöst werden. Er entwickelt in seinem Manifest eine Vision, wie eine eigene Form afrikanischen Fortschritts gelingen könnte – durch Entscheidungsautonomie und ein selbst gewähltes Entwicklungstempo. Langfristig könne eine afrikanische Kulturrevolution auch neue Ansätze für eine nachhaltige Entwicklung an anderen Orten der Welt liefern.“
Für die Zukunft plant der Lesekreis sich regelmäßig abends an einem Ort im Kirchenkreis Dortmund treffen – zum Start erst einmal digital über die Plattform ZOOM.
Interessierte sind herzlich eingeladen, sich dem Kreis anzuschließen. Zum ersten Treffen können alle Interessierten dazu kommen, auch wenn sie das Buch noch nicht gelesen haben.
Lesekreis zu Afrotopia
- Donnerstag, 7. Mai 2020, 20 Uhr
Zoom-Meeting beitreten:
https://us04web.zoom.us/j/77754505916?pwd=dkxpbFBFSDkrVlpsS0krL3ZpajcxZz09
Meeting-ID: 777 5450 5916
Passwort: 3WHu3L