Die Spendobel-Projektrundfahrten im Mai führten zu sozialen Projekten des Spendenparlaments.
Von Erik Benger
Das Dortmunder Spendenparlament Spendobel präsentiert jedes Jahr eine Vielzahl von sozialen Projekten, für die Privatpersonen, Stiftungen und Unternehmen spenden können. Damit die Spender*innen die Möglichkeit haben, ausgewählte Spendobelprojekte vor Ort kennenzulernen und so die Wirksamkeit ihrer Spenden zu erleben, gibt es jedes Jahr die Projektrundfahrten.
Eine dieser Rundfahrten fand im Mai statt und bestand jeweils aus vier Stationen, die über ganz Dortmund verteilt waren. „Es ist jetzt die zweite Projektrundfahrt, die wir in dieser Periode durchführen, und ich freue mich, dass wir so viele Anmeldungen hatten“, so Christina Wurst, Präsidentin von Spendobel. Die Bustour startete am Haus der Ev. Kirche in Dortmund.
Der erste Halt war das Projekt „Familienpatenschaften“ vom Kinderschutzbund Dortmund. Ziel des Projekts ist es, Familien und Kinder zu entlasten. Dabei unterstützen ehrenamtliche Pat*innen Familien mit Kindern von 0 bis 3 Jahren, indem sie ein paar Stunden in der Woche die Kinderbetreuung übernehmen, Behördengänge begleiten und bei anderen schwierigen Aufgaben unterstützen. Jede Familie tickt anders, daher ist eine Frage für die Pat*innen zentral: „Wie kann ich unterstützen und trotzdem die Familie so sein lassen, wie sie ist?“, erläuterte Martina Furlan vom Kinderschutzbund Dortmund.
Weiter ging es dann zur Neuen Synagoge in der Prinz-Friedrich-Karl-Straße. Dort wurde das Projekt „Kein Bammel! Engagiert gegen Antisemitismus“ vorgestellt. Die Antidiskriminierungsberatung und Intervention bei Antisemitismus und Rassismus (ADIRA) bietet Workshops für Dortmunder Schüler*innen ab der 10. Klasse an und klärt diese über Antisemitismus auf. Ziel ist es, den Schüler*innen Wissen über unterschiedliche Erscheinungsformen von Antisemitismus zu vermitteln, für dessen Auswirkungen zu sensibilisieren und sie im Handeln gegen Antisemitismus zu stärken. „Außerdem befähigen wir sie, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen“, betonte Micha Neumann, Leiter von ADIRA.
Vor der Synagoge wartete dann ein speziell ausgerüstetes Lastenfahrrad der Wohnungslosenhilfe der Diakonie Dortmund. Mit diesem sind Pflegekräfte in der ganzen Stadt unterwegs, um vor allem wohnungslose Menschen dort zu versorgen, wo sie sich aufhalten. „Die Menschen, die wir aufsuchen, haben alle keine Krankenversicherung, und die wissen dann einfach nicht, wohin sie bei gesundheitlichen Problemen gehen sollen“, erklärte Mechthilde Hewing, Pflegekraft beim Projekt. Einen Teil davon übernehmen dann die Pflegekräfte. Sie kümmern sich z. B. um stark geschundene Füße, versorgen Wunden und geben bei Bedarf Schlafsäcke oder heiße Getränke aus. Zudem stellen sie den Kontakt zu weiterführenden Hilfesystemen und medizinischer Betreuung her.
Die letzte Station war das Goystadion vom VfL Hörde. In Dortmund-Hörde leben zurzeit 60 indische junge Erwachsene, die eine Pflegeausbildung absolvieren. Mit dem Projekt „Gelebte Integration durch Sport“ des VfL Hörde hat der Verein eben für diese Erwachsenen ein Sportangebot geschaffen. Seitdem trainieren 20 bis 30 junge Männer zweimal wöchentlich Fußball. Sie sind aktive Mitglieder und zahlen Beiträge. Der Vereinsklubraum wird auch regelmäßig für Feste und gemeinsame Veranstaltungen genutzt. Ein gemischtes Badminton-Team sorgt zusätzlich für Begegnungen und Austausch.
Bevor es wieder zurück zum Haus der Ev. Kirche in der Nordstadt ging, hatten die Initiatoren vom VfL noch eine besondere Überraschung parat. Gemeinsam mit Matthias „Kasche“ Kartner wurde von allen Anwesenden die berühmte Hymne „You’ll Never Walk Alone“ angestimmt.
Bild: Erik Benger
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