Über die „Balkanroute“ kommen kaum noch Flüchtlinge nach Deutschland. Tausende Flüchtlinge stranden in Serbien, nachdem Ungarn seine Grenzen dicht gemacht hat. Serbien ist somit zu einer vorläufigen Endstation für Flüchtlinge geworden, die nach Deutschland und Westeuropa wollen. Das bekommt auch Dortmund Partnerstadt Novi Sad zu spüren. Eine Anlaufstelle dort ist das Ökumenische Hilfswerk EHO (Ecumenical Humanitarian Organization), das in einem Flüchtlingscamp bei Subotica an der ungarischen Grenze vor allem Kinder betreut.
Der nächste MÖWe-Gottesdienst am Sonntag, 8. Oktober, um 17 Uhr in der Petri-Kirche am Westenhellweg, will auf die aktuelle Situation in Serbien und die EHO-Arbeit für Flüchtlinge aufmerksam machen. Die Kollekte an diesem Sonntag ist in allen Gottesdiensten in ganz Westfalen bestimmt für die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“. Zu dem Nachmittagsgottesdienst in der Dortmunder Innenstadtkirche laden das landeskirchliche Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) und der Evangelische Kirchenkreis Dortmund ein. Die Predigt hält Superintendent Ulf Schlüter. Zudem wirken Jugendliche der Noah-Kirchengemeinde und Erzpriester Branislaw Cortanovacki von der Serbisch-orthodoxen Gemeinde mit.
Für die Hilfsaktion wurden im vergangenen Jahr insgesamt rund 53.000 Euro gesammelt. Aus dem Mitteln werden zwei sozialdiakonische EHO-Projekte in Novi Sad mit jeweils 5.000 Euro unterstützt. Sie wollen „Zeichen setzen für ein gerechtes Europa“, sagt Thomas Krieger, stellvertretender Leiter des Amtes für MÖWe und zuständiger Referent für die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“.
Die schwierige Lage geflüchteter Menschen haben Dortmunder Jugendliche im Sommer miterlebt. „Wir haben in Subotica im Flüchtlingscamp gesehen, dass es an allem fehlt und unter welchen Bedingungen die Menschen dort leben. Warum stellt der serbische Staat kein Geld zur Verfügung, um dort menschenwürdige Verhältnisse zu schaffen?“, zeigte sich Nikolas in einem Gespräch mit dem Vorsitzendes des Stadtrates schockiert. Der 18-Jährige gehörte zu einer Gruppe von 15 jungen Erwachsenen der Noah-Gemeinde und der evangelischen Jugend Dortmund, die beim Ökumenischen Hilfswerk EHO in Novi Sad ehrenamtlich mitarbeitete. Von ihrem Einsatz werden Jugendliche im Gottesdienst erzählen.