Ausstellungen, Aktionen und neue Formate zum Weltflüchtlingstag in Dortmund eröffneten vielfältige Zugänge zum Thema Flucht
Von Nicole Schneidmüller-Gaiser
Ausstellungen. Bilder. Geschichten. Musik und Tanz. Mahnen, trauern und anklagen. Aber auch: das Positive sehen. Und das Leben feiern. Das Programm, das die Verantwortlichen in Dortmund rund um den Weltflüchtlingstag 2026 zusammengestellt haben, war umfangreich, sprach alle Sinne an und bot viele Zugänge, um sich mit dem Schicksal von Menschen auseinanderzusetzen, die ihre Heimat verlassen müssen.
Viele, viel zu viele, überleben die Flucht vor Bomben, Gewalt und Armut nicht – an sie wird seit fünf Jahren in Dortmund jeweils zum Weltflüchtlingstag durch eine Installation erinnert, die einige Tage lang vor der Reinoldikirche das Sterben sichtbar macht. In diesem Jahr startete das umfangreiche Rahmenprogramm mit einer Ausstellung in der Petrikirche, die Frauen auf dem Weg in ihr neues Leben zeigt: „Frauen, die was schaffen“.
Mit dem Escape Room „Unbekanntes UNbehagen“ gab es ein neues Format – die Spielenden verließen in Teams die vertraute Heimat und wandern in die fiktive Republik „Fremdistan“ aus. Sehr real waren hingegen die Schwierigkeiten, eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten, denn in Fremdistan war alles fremd: Sprachen und Zeichen, Normen und Gesetze, Gerüche und Geräusche.
Nicht weniger nachdenklich machten die schon traditionellen Formate „Namen lesen“ und „Namen schreiben“, bei denen an die Menschen erinnert wurde, die auch im vergangenen Jahr auf der Flucht an Europas Grenzen starben.
Susanne Karmeier, Pfarrerin in der Stadtkirche St. Reinoldi und Hauptorganisatorin, setzt immer wieder auf Vernetzung, um das Thema Flucht möglichst vielen Menschen nahe zu bringen. „Noch nie zuvor sind so viele Menschen in einem Jahr an Europas Grenzen gestorben wie 2026, und noch nie sind so wenige Menschen in Deutschland angekommen“, berichtet sie in ihrer Eröffnungsrede von 72.774 Männern, Frauen und Kindern, die es nicht geschafft haben.
Bild: Stephan Schütze
Bild: Stephan Schütze
Bild: Stephan Schütze
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