Mit einer berührenden Ausstellung starten die Aktionswochen rund um den Weltflüchtlingstag in Dortmund
Ausstellungen. Bilder. Geschichten. Musik und Tanz. Mahnen, trauern und anklagen. Aber auch: Das Positive sehen. Und das Leben feiern. Das Programm, das die Verantwortlichen in Dortmund rund um den Weltflüchtlingstag 2026 zusammengestellt haben, ist umfangreich, spricht alle Sinne an und bietet viele Zugänge, um sich mit dem Schicksal von Menschen auseinanderzusetzen, die ihre Heimat verlassen müssen.
Viele, viel zu viele, überleben die Flucht vor Bomben, Gewalt und Armut nicht – an sie wird seit fünf Jahren in Dortmund jeweils zum Weltflüchtlingstag durch eine Installation erinnert, die einige Tage lang vor der Reinoldikirche das Sterben sichtbar macht. In diesem Jahr startet das umfangreiche Rahmenprogramm mit einer Ausstellung in der Petrikirche, die Frauen auf dem Weg in ihr neues Leben zeigt: „Frauen, die was schaffen“.
An den alten Wänden der Petrikirche hängen Fotos von Menschen, die sich auf den Weg machen mussten. Die Fotografin Zehra Karahan erzählt in ihren Bildern Geschichten von starken Frauen, vom Aufbrechen, vom Ankommen und davon, wie Mut und Stärke den Weg ebnen können.
Susanne Karmeier, Pfarrerin in der Stadtkirche St. Reinoldi und Hauptorganisatorin, setzt immer wieder auf Vernetzung, um das Thema Flucht möglichst vielen Menschen nahe zu bringen. „Noch nie zuvor sind so viele Menschen in einem Jahr an Europas Grenzen gestorben wie 2026, und noch nie sind so wenige Menschen in Deutschland angekommen“, berichtet sie in ihrer Eröffnungsrede von 72.774 Männern, Frauen und Kindern, die es nicht geschafft haben.
Gemeinsam mit dem Verein Sophia e. V. und in Kooperation mit PerMeti zeigen sie an diesem Abend den etwa 40 Gästen, dass Migration nicht nur als „Problem“ wahrgenommen werden muss und wie gelungene Integration auch der Stadtgesellschaft nützt. Die Soziologin und Religionspädagogin Sevdanur Özcan untermauert das in einem sachlichen und dennoch aufrüttelnden Vortrag durch Zahlen, die nachdenklich machen – etwa, weil sie aufzeigen, dass der Zuzug von Menschen notwendig ist, um der Überalterung der deutschen Gesellschaft etwas entgegenzusetzen. Und sie ergänzt: „Geflüchtete, die sich integriert haben, bauen sich ein neues Leben auf – und gehen arbeiten, gründen Firmen, werden Arbeitgeber, zahlen Steuern.“ Es gibt viele gute Gründe, das Sterben an Europas Grenzen zu beenden.
Ausstellung „Integration trifft Inspiration – Frauen, die was schaffen“
Die Ausstellung „Integration trifft Inspiration – Frauen, die was schaffen“ mit Fotos von Zehra Karahan in der Ev. Stadtkirche Sankt Petri kann bis zum 20. Juni dienstags bis freitags zwischen 11 und 17 Uhr, samstags zwischen 10 und 16 Uhr angeschaut werden. Der Eintritt ist frei.
- www.sankt-petri-do.de
- www.sanktreinoldi.de/infos/angebote/weltfluechtlingstag-2026
- Weltflüchtlingstag: Das Sterben hört nicht auf
Bild: Stephan Schütze
Bild: Stephan Schütze
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