18.03.2025

Erinnern und Widerstehen – Kirche für Demokratie

Mahnwache von Christ*innen gegen Rechtsextremismus vor der Reinoldikirche

Zum fünften Mal erinnerten die Christ*innen gegen Rechtsextremismus mit einer Mahnwache an die Dortmunder „Bekenntnissynode“ von 1934. Damals verhinderte die Provinzialsynode die Einführung des Führerprinzips in die westfälische Kirche und widerstand den „Deutschen Christen“. Aber Erinnern reicht heute nicht, so der Arbeitskreis. Darum forderte er vor der Reinoldikirche öffentlich auch dazu auf, sich einem wachsenden völkischen Nationalismus zu widersetzen.

Als Gastredner war deshalb Friedhelm Evermann eingeladen. Der neue Sonderbeauftragte für Vielfalt und Toleranz des Oberbürgermeisters schilderte die Arbeit an einem neuen kommunalen Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus. Außerdem hob er die Bedeutung der Begleitung von Jugendlichen im Sinne der Demokratie hervor –  wenig verwunderlich, da er viele Jahre die Jugendhilfe eines Wohlfahrtsverbandes geleitet hatte.

Pfarrer Friedrich Stiller, Sprecher des Arbeitskreises, berichtete wiederum von vermehrten Angriffen der AfD gegen die Kirche. Als Beispiel nannte er eine Pressemitteilung der  AfD-Ratsfraktion mit dem Titel: „Hetze von Evangelen auf die AfD steigert die Wut der Gemeindemitglieder“. Gemeint war ein Beschluss der Dortmunder Kreissynode von 2024 gegen Rechtspopulismus. Angefügt das Bild eines Priesters (!), der Hammer und Sichel am Revers trägt. Im Text dann diese provokativen Behauptungen: „Das Credo war einmal. Jetzt ist Politik angesagt in der Pfaffen-Riege und die Gemeindeglieder sollen es halt schlucken. Unverschämter geht es kaum.“

Davon ließen sich Christian Höfener-Wolf, Pfarrer der Eliasgemeinde, und Jana Wolter, Studentin an der TU, nicht einschüchtern. Vor den mehr als 80 Teilnehmenden und Passant*innen, berichteten beide in sehr persönlicher Form, warum sie sich im Arbeitskreis Christ*innen gegen Rechtsextremismus engagieren. Der Martener Pfarrer erzählte von seinem Vater, Kriegsteilnehmer 1944. Die angehende Religionspädagogin sprach von ihrer Überzeugung, dass Kirche Flagge zeigen muss.

Superintendentin Heike Proske, die auch diesmal die Mahnwache unterstützte, beschloss die Versammlung mit einem zum Thema passenden Gebet und dem Segen. Durchgehend begleitet wurde die gut besuchte Mahnwache vom kreiskirchlichen Gospelchor aCHORd unter Leitung von Bettina Knorrek und Jutta Timpe. Etliche der Chorsänger*innen waren extra aus Lünen angereist.

Am Ende wurde vom Arbeitskreis eine soeben veröffentlichte Dokumentation der Mahnwache aus dem Vorjahr verteilt. Sie enthält u. a. einen Beitrag von Professor Norbert Friederich, dem damaligen Hauptredner, der das Thema Bekenntnissynode 1934 kurz und knapp darstellt. Die Dokumentation kann beim Referat für Gesellschaftliche Verantwortung per E-Mail bestellt werden: rgv(at)ekkdo.de.

Eine Mahnwache der Christ*innen gegen Rechtsextremismus vor der Reinoldikirche erinnerte an die Dortmunder „Bekenntnissynode“ von 1934.
Foto: Stephan Schütze