20.10.2020

Spendobel - In Zeiten von Corona engagiert wie nie zuvor

Dortmunder Spendenparlament geht mit neuen Sozialprojekten ins nächste Spendenjahr

Eigentlich hätte im Spätsommer die alljährliche Spenden-Parlamentssitzung im Dortmunder Rathaus tagen sollen. Doch die war – zumindest in gewohnter, analoger Form – in einem Jahr, in dem die Pandemie besondere Regeln nötig macht, nicht möglich. Und so mussten Mitglieder des Dortmunder Spendenparlaments ‚Spendobel‘ diesmal per Briefwahl die neuen Hilfsprojekte festlegen, für die im kommenden Jahr Spenden gesammelt werden sollen.

Mehr als 70 Parlamentarierinnen und Parlamentarier beteiligten sich auf diese Weise an der Auswahl der Projekte, noch mehr als bei der Rekordbeteiligung im vergangenen Jahr. Die stimmberechtigten Mitglieder des Parlaments einigten sich auf elf soziale Projekte, die das Dortmunder Spendenparlament „Spendobel“ im kommenden Jahr gezielt bewerben und unterstützen wird. Sie stammen aus einer Reihe von Vorschlägen, die zuvor beim Präsidium des Parlaments eingegangen waren. Jedes Hilfsprojekt mit lokalem Dortmund-Bezug kann sich um eine Förderung durch Spendobel bemühen. Die Höchstsumme für eine Förderung beträgt 10.000,- Euro.

Bei den jährlichen Parlamentssitzungen stellen Vertreterinnen und Vertreter der jeweiligen Projekte ihre Vorhaben in kurzen Statements vor. Diesmal mussten die Erläuterungen mithilfe von kurzen Vorstellungstexten und Bildern erfolgen.

Überraschung während des Auwahlverfahrens

Eigentlich sollten am Ende zehn Projekte stehen, für die sich die Spendobel-Versammlung entschieden hat. Doch es gab eine Überraschung. Noch während das Verfahren lief und die Briefwahl-Antworten eingingen, spendete ein Parlamentsmitglied den Höchstbetrag für eines der Projekte. Das Diakonische Werk Dortmund plant, Ausweispapiere für Wohnungslose digital aufzubereiten und dauerhaft vorzuhalten. Verlorene Papiere stellen häufig ein Problem für Menschen ohne Wohnung dar. Das kann damit nachhaltig behoben werden. Der Spender, der anonym bleiben möchte, war von dem innovativen Projekt begeistert und sagte spontan 10.000,-  Euro zu. So konnte ein weiteres Projekt in die Liste der zu fördernden Vorhaben aufgenommen werden. Spendobel unterstützt somit im kommenden Spendenjahr elf Dortmunder Initiativen.

Kinder und Jugendliche

Gleich zweimal stehen Kinder im Mittelpunkt der Hilfe. Die Dortmunder Mitternachtsmission kümmert sich in einem ihrer Hilfsprojekte um Kinder von Frauen, die Opfer von Menschenhandel geworden sind. Die Hilfe für Mädchen und Jungen mit Gewalterfahrung steht im Zentrum eines Projekts des Dortmunder Kinderschutzbundes.

An Jugendliche, die sich mit Suizidgedanken quälen, wendet sich ‚U25 Dortmund rettet Leben‘, ein Online-Präventionsprojekt des Sozialdienstes Katholischer Frauen.
Neben dem digitalen Ausweisprojekt geht es auch beim ‚Streetwork per Lastenfahrrad‘ des Vereins bodo e.V. um Wohnungslosigkeit. Und auch die ‚Suchthilfe auf zwei Rädern‘ des Diakonischen Werks hat die Zielgruppe der Wohnungslosen im Blick.

Die Hilfe für Geflüchtete, die einen Neustart in Dortmund versuchen, ist Ziel des Projekts ‚Ankommen e.V.‘, das einen neuen Transporter für Möbelspenden benötigt, wie auch bei der ‚Integration „Step by Step“‘, die der VfL Hörde im Rahmen seiner Vereinsarbeit leistet, und beim Vorhaben der ‚Digitalisierung in der Grundbildung – „Frauen an den Laptop“‘, für die der Evangelische Kirchenkreis im Rahmen seiner Bildungsangebote für Frauen mit Migrationshintergrund wirbt.

Das Ludwig-Steil-Haus des Diakonischen Werkes möchte mithilfe von Spendobel weiterhin die beiden inklusiven Musikprojekte „CHORiander“ und „Unkaputtbar“ unterhalten. Als ‚Dauerbrenner‘ unter den Spendobel-Projekten gilt mittlerweise der Klinik-Clown. Der Verein Clownsvisite e.V. möchte mit dem Spendengeld seine Angebote für Menschen mit Demenz ausweiten.

Positive Entwicklung

Alle Projekte des Vorjahres – damals waren ebenfalls elf Initiativen in die Förderung gekommen - konnten in der beantragten Höhe von Spendobel finanziert werden. Dafür sorgte ein erneut gestiegenes Spendenaufkommen beim Dortmunder Spendenparlament. Und auch ein zwischenzeitlich eingerichteter Corona-Hilfsfonds erzielte bereits nennenswerte Hilfen für Projekte, die in besonderer Weise unter den Gegebenheiten der Pandemie leiden. Spendobel-Präsident Roland Bracht freut sich über das Engagement der Dortmunderinnen und Dortmunder, das zu Corona-Zeiten sogar noch höher ist, als es in den Jahren zuvor ohnehin schon war.

Das Spendenparlament Spendobel feiert im kommenden Jahr sein 20jähriges Bestehen. Es engagiert sich in Dortmund seit 2001. Durch Spenden, die gezielt eingeworben werden, unterstützt es soziale Projekte in der Stadt. Spendobel ist eine Initiative des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund, der auch für Verwaltungs- und Overheadkosten aufkommt. Alle Spenden kommen auf diese Weise zu hundert Prozent den jeweiligen sozialen Vorhaben zugute.

Die Spendobel-Projekte 2020/2021

  • Hilfe für Kinder von Opfern von Menschenhandel
    Dortmunder Mitternachtsmission e.V.
  • Kinderorientierte Familientherapie (KOF) – Hilfe für Kinder mit Gewalterfahrung
    Kinderschutzbund Dortmund e. V.
  • Ausweis und Co. Von Wohnungslosen digital sichern
    Diakonisches Werk Dortmund und Lünen e.V.
  • Streetwork per Lastenfahrrad
    bodo e.V.
  • „CHORiander“ und „Unkaputtbar“ – zwei inklusive Musikprojekte
    Diakonisches Werk Dortmund und Lünen e.V. (Ludwig-Steil-Haus)
  • Freude schenken – Klinikclowns besuchen Menschen mit Demenz
    Clownsvisite e.V.
  • Integration „Step by Step“
    VfL Hörde 1912 e.V.
  • Ein neuer Transporter für das Projekt Ankommen e. V.
    Projekt Ankommen e.V.
  • Online-Suizidprävention – [U25]; Dortmund rettet Leben
    Sozialdienst katholischer Frauen – Dortmund e.V.
  • Digitalisierung in der Grundbildung – „Frauen an den Laptop“
    Ev. Kirchenkreis Dortmund (Ev. Bildungswerk)
  • Suchthilfe auf zwei Rädern
    Diakonisches Werk Dortmund und Lünen e.V.