Ihr Herz schlug für die Jugendarbeit und ebenso für „ihr“ Bodelschwingh. In Dortmund hat sie viel bewegt. Auf der Traueranzeige wird um eine Spende für ein Nachhilfeprojekt im Ev. Jugendhilfezentrum Johannes Falk in Sölde gebeten, ein Projekt, das von Spendobel gefördert wird. Ganz im Sinne der Verstorbenen, denn die Finanzierung oder Bezuschussung solcher Projekte durch das von ihr 2001 mit initiierte Dortmunder Spendenparlament Spendobel war ihr immer immens wichtig. Bei Spendobel, einer Initiative des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund, hatte Barbara Gerstein noch mehr „Lieblingsprojekte“, etwa die Schaffung eines „grünen“ Lern- und Bewegungsraumes im Dortmunder Norden, eine Garten-AG für Menschen mit Demenz und die Schreibaby-Sprechstunde des Kinderschutzbundes.
Barbara Gerstein wusste immer, was sie wollte, war durchsetzungsstark und streitbar, konnte Menschen überzeugen und gewinnen. So gewann sie vor vielen Jahren auch Christiane Wurst für Spendobel, die heutige Präsidentin. Diese behält Barbara Gerstein als eine Frau in Erinnerung, die mit allen Generationen im Gespräch war, die belesen war, eine zupackende Art hatte und im sozialen Bereich etwas bewegen wollte und bewegt hat.
Früher war Barbara Gerstein Presbyterin in der Kirchengemeinde in Bodelschwingh (heute Noah-Kirchengemeinde), mit der sie fast bis zu ihrem Lebensende in engem Kontakt stand. Pfarrerin Birgit Irmer, die auch den Trauergottesdienst gestaltet hat, hat Barbara Gerstein vor allem fahrradfahrend vor Augen. Sie sei aktiv und agil gewesen, sehr rührig, habe immer ihre eigene Meinung gehabt und „war bis zum Schluss politisch interessiert und las ihre Frankfurter Allgemeine“.
Nun haben Barbara Gerstein ihre Lebenskräfte verlassen, kurz vor ihrem 92. Geburtstag. Der Abschiedsgottesdienst fand in der Schlosskirche in Bodelschwingh statt, beigesetzt wurde sie in Oespel.
anhe